OpenCode ist ein Coding-Agent fürs Terminal, ähnlich wie Claude Code, aber Open Source. Der Unterschied, der ihn gerade interessant macht: Die Gratis-Modelle laufen ohne Konto, ohne Anmeldung und ohne API-Schlüssel. Du installierst das Ding und legst los. Ich habe die komplette Anleitung auf meinem Mac durchgespielt, alle Ausgaben in diesem Artikel stammen aus dem echten Lauf.
Was OpenCode ist
Ein Agent, der in deinem Terminal sitzt und in deinen Dateien arbeitet. Du beschreibst auf Deutsch, was passieren soll, er legt Dateien an, ändert sie und führt Befehle aus. Wer Claude Code kennt, kennt das Prinzip.
Der Unterschied liegt bei den Modellen. OpenCode bringt einen eigenen Zugang mit, OpenCode Zen, und darüber laufen aktuell sieben kostenlose Modelle. Das spannendste heißt Ox Alpha Free, ein Stealth-Modell: Das Labor dahinter nennt seinen Namen nicht. Bekannt sind nur die Daten aus dem Katalog, und die sind ordentlich: eine Million Token Kontextfenster, bis zu 131.072 Token pro Antwort, versteht Text, Bilder und Video. Beschrieben wird es als Reasoning-Modell für Coding und Agenten-Aufgaben.
Schritt 1: Installieren
Öffne das Terminal (auf dem Mac: Programme, Dienstprogramme, Terminal) und kopier diesen Befehl hinein:
curl -fsSL https://opencode.ai/install | bash
Enter drücken. Bei mir hat das 30 Sekunden gedauert und mit dieser Zeile geendet:
Successfully added opencode to $PATH in /Users/georgkinzel/.zshrc
Das ist wichtig zu wissen: Der Installer trägt selbst eine Zeile in deine Konfigurationsdatei ein, damit dein Mac den Befehl opencode kennt. Du musst nichts von Hand einstellen. Falls du lieber über einen Paketmanager gehst, funktionieren auch npm i -g opencode-ai oder brew install anomalyco/tap/opencode.
Schritt 2: Terminal einmal neu öffnen
Der häufigste Stolperstein. Dein aktuelles Terminal-Fenster kennt den neuen Befehl noch nicht, weil es die Konfiguration beim Start gelesen hat. Schließ das Fenster, öffne ein neues und prüf nach:
opencode --version
Es muss eine Versionsnummer kommen, bei mir 1.18.21. Kommt stattdessen “command not found”, hast du das Fenster noch nicht neu geöffnet.
Schritt 3: Schauen, welche Modelle gratis sind
Noch bevor du irgendwas startest, kannst du die Liste abfragen:
opencode models
Bei mir kamen genau diese sieben:
opencode/big-pickle
opencode/hy3-free
opencode/mimo-v2.5-free
opencode/muse-spark-1.2-contributor-free
opencode/nemotron-3-ultra-free
opencode/nemotron-3.5-lightning-free
opencode/x-preview-f-free
Der letzte Eintrag ist Ox Alpha. Diese Liste wechselt, deshalb lohnt der Befehl auch später nochmal: Im Katalog stehen 29 Gratis-Modelle, von denen 22 schon abgekündigt sind. Was heute läuft, kann nächsten Monat weg sein.
Schritt 4: Loslegen
Zwei Wege, je nachdem was du willst.
Der schnelle Weg für einen einzelnen Auftrag. Du gibst den Befehl direkt mit:
opencode run "Schreib mir ein Python-Skript, das alle Dateien hier nach Jahr sortiert" -m opencode/x-preview-f-free
Mein Testlauf mit der Frage, was es denn sei, kam so zurück:
> build · x-preview-f-free
Ich bin ox-alpha, ein KI-Modell von einer nicht näher genannten Organisation.
Der normale Weg mit der Oberfläche. Wechsel in deinen Projektordner und starte:
opencode
Es öffnet sich eine Oberfläche im Terminal mit einem Eingabefeld. Oben steht, welches Modell gerade aktiv ist, standardmäßig Big Pickle. Zum Wechseln tippst du /models und wählst Ox Alpha Free (Unlimited) aus der Liste. Danach beschreibst du deine Aufgabe in normalem Deutsch.
Der Tipp Run /connect to add an AI provider, der beim Start eingeblendet wird, ist übrigens nur ein Angebot für kostenpflichtige Anbieter. Für die Gratis-Modelle brauchst du ihn nicht.
Ox Alpha dauerhaft als Standard setzen
Wenn du nicht jedes Mal wechseln willst, leg eine Datei namens opencode.json in deinen Projektordner:
{ "model": "opencode/x-preview-f-free" }
Ab dann startet OpenCode in diesem Ordner direkt mit Ox Alpha. Soll es überall gelten, kommt die gleiche Datei nach ~/.config/opencode/opencode.json.
Was im Test passiert ist
Ich habe Ox Alpha in einem leeren Ordner eine kleine Aufgabe gegeben. Das Modell hat eine Datei hallo.py geschrieben, sie selbst ausgeführt und auf Deutsch zurückgemeldet, dass sie funktioniert. Ohne Konto, ohne hinterlegte Zahlungsdaten.
Ein Versuch davor ist mit Provider finish_reason: network_error abgebrochen. Beim zweiten Anlauf lief er durch. Das gehört zur Wahrheit dazu: Ein kostenloses Preview-Modell ist nicht so stabil wie ein bezahltes. Wenn ein Lauf abbricht, schick die Aufgabe einfach nochmal.
Ehrliche Einordnung
Der Zugang ist gratis, aber nicht garantiert. Die Gratis-Liste rotiert, und für Ox Alpha war eine Woche angekündigt. Im Tool selbst steht kein Ablaufdatum, prüf also einfach per opencode models, was gerade läuft.
Beim Datenschutz gilt gesunder Menschenverstand. OpenCode verspricht für Ox Alpha, dass keine Daten gespeichert werden. Das ist eine Zusage des Anbieters, prüfen kann die niemand von außen, und der Hersteller des Modells ist nicht mal bekannt. Kundenprojekte, Verträge oder persönliche Daten gehören da nicht rein. Zum Ausprobieren, für eigene kleine Projekte und zum Lernen ist es großartig.
Und falls du von Claude Code kommst: Dein Claude-Abo lässt sich hier nicht einloggen, das verbietet Anthropic. OpenCode mit den Gratis-Modellen ist kein Ersatz für dein bezahltes Setup, sondern eine kostenlose Spielwiese daneben. Wieder loswerden wirst du das Ganze mit opencode uninstall.
Quellen
24. August 2026. KI-Tools, Preise und Funktionen ändern sich schnell. Vor wichtigen Entscheidungen den aktuellen Stand direkt beim Anbieter prüfen.
Transparenz. Dieser Beitrag ist mit KI-Unterstützung entstanden und von mir geprüft. Genau mit diesen Workflows arbeite ich, und genau die zeige ich hier.
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