Tutorial · KI-Grundlagen

Welches Claude Modell für was? Für Mails reicht Haiku

Haiku 5.5, Sonnet 5.5, Opus 5.5 oder Fable 5.1? Welches Claude Modell für was taugt, was es kostet und warum Haiku für Mails top ist, für Apps aber nicht.

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Georg Kinzel
16. August 2026

Welches Claude Modell für was? Kurz gesagt: Haiku 5.5 für Fleißarbeit wie Mails sortieren, Rechnungen auslesen und Gespräche zusammenfassen. Sonnet 5.5 für Texte, Dokumente und den schnellen Alltag. Opus 5.5, wenn du eine App baust oder ein großes Projekt in Claude Code laufen lässt. Fable 5.1 nur für stundenlange Agenten-Läufe, an denen sogar Opus scheitert.

Haiku 5.5 ist seit dem 7. Oktober 2026 draußen, und angeblich baut jetzt jeder komplette Apps damit. Das hält nicht. Haiku ist aber für einen ganz anderen Job das beste Modell, das Anthropic gerade hat.

Welche Claude Modelle gibt es gerade?

Vier aktuelle Modelle, alle aus der 5er-Familie. Die Zahlen stammen aus Anthropics Modellübersicht, Stand Oktober 2026:

ModellWofürAPI-Preis pro 1 Mio. Tokens (Input / Output)Wo bekommst du es
Haiku 5.5Massen-Aufgaben: sortieren, auslesen, zusammenfassenab 0,10 $ / 0,50 $alle Pläne inkl. Free, Claude Code
Sonnet 5.5Alltag: Texte, Dokumente, schnelles Coding2 $ / 10 $alle Pläne inkl. Free
Opus 5.5Apps, große Projekte, lange Agenten-Läufe4 $ / 20 $Pro, Max, Team, Enterprise
Fable 5.1die Spitze, Arbeit über Stunden10 $ / 50 $Max inklusive, Pro nur gegen Aufpreis

Alle vier haben ein Kontextfenster von 1 Million Tokens, das sind laut Anthropic grob 555.000 Wörter. Ein Token ist also ungefähr ein halbes Wort. Die Preise zahlst du nur, wenn du Claude über die API nutzt, zum Beispiel in einer Automatisierung. Im Abo zahlst du pauschal, da zählen die Preise indirekt über dein Nutzungslimit.

Wenn du viel Material dauerhaft dabei haben willst, lohnt es sich, in Claude ein Projekt anzulegen und die Dokumente ins Projektwissen zu legen. Wird das zu groß fürs Kontextfenster, sucht Claude in bezahlten Plänen automatisch die passenden Stellen heraus.

Haiku 5.5: der Sprinter für Fleißarbeit

Haiku ist das kleinste, schnellste und billigste Modell. Anthropic baut es laut Modellseite für viele kleine Aufgaben, die schnell gehen müssen: einordnen, Daten herausziehen, weiterleiten. Auf der Haiku-Produktseite stehen dazu Zusammenfassen, Live-Support und Formulare im Browser ausfüllen. Free, Pro, Max, Team und Enterprise können es in Claude.ai auswählen, und in Claude Code gibt es Haiku 5.5 auch.

Sonnet 5.5: das Arbeitstier

Sonnet 5.5 kam am 28. September und ist laut Anthropic gemacht für klar umrissene Alltagsaufgaben, Bugs fixen und saubere Dokumente, Folien und Tabellen. Die Sonnet-Seite sagt: Jeder kann damit auf Claude.ai chatten, also auch im kostenlosen Plan.

Opus 5.5: der Denker für große Projekte

Opus 5.5 ist seit dem 22. September da und arbeitet laut Anthropic bei den meisten Aufgaben auf dem Niveau von Fable 5.1, kostet laut Preisliste aber weniger als die Hälfte. Anthropic empfiehlt es als tägliches Modell für Coding und Wissensarbeit, vor allem für Code, der wirklich laufen muss, und komplexe Dokumente. Du bekommst es ab dem Pro-Abo. Wie du es richtig ansprichst, steht im Opus-5.5-Playbook auf Deutsch.

Fable 5.1: die Spitze für Stunden-Jobs

Fable 5.1 ist Anthropics stärkstes Modell, das allen offensteht, gebaut für Agenten, die stundenlang laufen, und für tiefe Recherche bis zum fertigen Dokument. Daneben gibt es Mythos 5.1, laut Anthropic dasselbe Modell mit lockereren Schutzschranken, nur für geprüfte Organisationen aus Cybersicherheit und Life Sciences. Als Einzelnutzer bekommst du Fable 5.1 und verpasst für normale Arbeit nichts. Im Max-Abo darfst du laut Claude-Support bis zu 50 Prozent deines Wochenlimits für Fable nutzen, im Pro-Abo läuft es nur über zusätzlich bezahlte Nutzungs-Credits. Nicht verwechseln mit dem eingebauten Recherche-Modus von Claude: der läuft fest auf Opus, egal welches Modell du im Chat gewählt hast.

Welches Claude Modell für was?

Sortier nach deiner Aufgabe. Die Zuordnung folgt Anthropics eigener Auswahl-Matrix und den Produktseiten der Modelle:

Was du vorhastNimmWarum
Mails sortieren und einordnenHaiku 5.5einordnen ist genau sein Job, schnell und billig
Rechnungen und Belege auslesenHaiku 5.5Daten herausziehen ist eine Kernaufgabe
Gespräche, Calls, lange Texte zusammenfassenHaiku 5.5Zusammenfassen nennt Anthropic ausdrücklich
Formulare im Browser ausfüllen, Daten eintragenHaiku 5.5laut Anthropic dafür besonders gut geeignet
Texte schreiben, Posts, Mails formulierenSonnet 5.5Content ist Sonnet-Revier
Angebote, Dokumente, Folien, TabellenSonnet 5.5saubere Dokumente sind sein Alltag
Daten auswertenSonnet 5.5Datenanalyse steht in der Matrix bei Sonnet
App bauen, großes Projekt in Claude CodeOpus 5.5stundenlanges autonomes Coding, große Umbauten
Komplexe Dokumente, die sitzen müssenOpus 5.5empfiehlt Anthropic ausdrücklich
Tiefe Recherche über viele Schritte bis zum fertigen BerichtFable 5.1höchste Stufe, für Stunden-Jobs

Meine Faustregel: Wenn du die Aufgabe einem Praktikanten mit klarer Anweisung geben würdest, reicht Haiku. Wenn du selbst nachdenken müsstest, nimm Sonnet. Wenn du jemanden für eine Woche einstellen würdest, nimm Opus.

Kann Haiku 5.5 Apps bauen?

Nein, und genau da liegt der Hype falsch. Im Programmier-Test Terminal-Bench 4.0, der echte Coding-Aufgaben im Terminal misst, schafft Haiku 5.5 laut Anthropic 39,2 Prozent. Opus 5.5 kommt dort auf 66,4 Prozent, Sonnet 5.5 sogar auf 70,6 Prozent (Opus-Zahl laut Anthropic bei hoher Denkstufe). Anthropic schreibt selbst dazu, dass Sonnet 5.5 und Opus 5.5 für komplexe Coding-Aufgaben die bessere Wahl bleiben und Haiku für eng umrissene Aufgaben gedacht ist.

Das heißt nicht, dass Haiku schwach ist. Gegenüber Haiku 4.5 ist es ein riesiger Sprung: Beim selbstständigen Bedienen eines Computers (OSWorld 2.1) springt es laut Anthropic von 15,7 auf 72,4 Prozent. Kleine Code-Änderungen über viele Dateien kann es auch. Aber eine ganze App von null? Dafür ist es nicht gebaut.

Ich hab das in meinem eigenen Claude-Code-Setup genau so verteilt: Die Hauptarbeit macht Opus, stumpfe Massen-Aufgaben wie Dateien umbenennen oder Daten umschaufeln gehen an Haiku. So ist Haiku auch gedacht, Anthropic beschreibt es ausdrücklich als Helfer, der unter Opus 5.5 und Sonnet 5.5 Teilaufgaben übernimmt.

Warum Haiku für Fleißarbeit das beste Modell ist

Weil es ein Vierzigstel von Opus kostet. Haiku 5.5 liegt bei 0,10 $ pro Million Input-Tokens und 0,50 $ Output, Opus 5.5 bei 4 $ und 20 $ (Preise laut Anthropic). Beide nutzen denselben neueren Tokenizer, der gleiche Text kostet also bei beiden gleich viele Tokens.

Ein Rechenbeispiel, damit du ein Gefühl bekommst. Annahme: Eine Mail plus deine Sortier-Anweisung hat rund 1.000 Tokens, Claudes Antwort mit Kategorie und einem Satz rund 100 Tokens. Dann sind 1.000 Mails:

  1. Mit Haiku 5.5: 1 Mio. Input-Tokens für 0,10 $ plus 100.000 Output-Tokens für 0,05 $. Macht rund 15 Cent.
  2. Mit Opus 5.5: 4 $ Input plus 2 $ Output. Macht rund 6 $.

Denkschritte zählen als Output und kommen bei beiden noch obendrauf. Für Fleißarbeit bleibt Haiku trotzdem im Cent-Bereich. Wie du das Postfach konkret von Claude sortieren lässt, steht in E-Mail-Triage mit Claude.

Der Haken im Kleingedruckten: Der Haiku-Preis gilt laut Modellseite für Anfragen bis 100.000 Tokens. Darüber kostet Haiku 0,50 $ Input und 2,50 $ Output, dann ist es nur noch ein Achtel von Opus. Für einzelne Mails und Rechnungen bist du locker drunter.

Im Abo zahlst du nicht pro Token. Der Preis wird für dich relevant, wenn du Claude per API in Automatisierungen hängst oder Guthaben verbrauchst, zum Beispiel die 100 $ API-Guthaben im Claude-Max-Abo. In Claude Code zählt es übers Limit: Opus frisst laut Claude-Support spürbar mehr von deinem Kontingent als Sonnet, und Sonnet mehr als Haiku.

Wie stellst du das Modell um?

In der Claude-App (Web, Desktop, Handy): Neben dem Senden-Button steht das aktuelle Modell. Klick drauf und wähl ein anderes, unter „More models” findest du die volle Liste (laut Claude-Support). Das geht auch mitten im Chat, ab der nächsten Antwort gilt das neue Modell. Welche Modelle auftauchen, hängt von deinem Plan ab.

In Claude Code: Tipp /model und wähl aus der Liste. Oder direkt /model haiku, /model sonnet, /model opus oder /model fable. Die Kurznamen zeigen laut Claude-Code-Doku auf die aktuellen Versionen, also Haiku 5.5, Sonnet 5.5, Opus 5.5 und Fable 5.1. Standard ist dort für Pro, Max, Team und Enterprise Opus 5.5. Im Auswahl-Menü speichert Enter das Modell als neuen Standard, mit s wechselst du nur für die laufende Session. Mehr zum Kosten-Blick in Claude Code: Claude Code Verbrauch und Kosten im Blick.

Für wen lohnt sich das Umschalten, für wen nicht?

Frage ist, wo du arbeitest. Chattest du nur ab und zu in der App, bleib bei Sonnet 5.5 und schalt auf Opus 5.5, wenn eine Sache wirklich knifflig wird. Da musst du nicht bei jeder Frage grübeln.

Richtig lohnt sich die Modellwahl, sobald du Claude Aufgaben in Masse machen lässt: ein Postfach sortieren, hundert Rechnungen auslesen, jeden Kundencall zusammenfassen. Da ist Haiku 5.5 die beste Wahl, weil es schnell ist und fast nichts kostet. Und wenn du in Claude Code eine App baust, bleib bei Opus 5.5 und lass dich vom Haiku-Hype nicht verrückt machen. Wenn dein Limit knapp wird, ist Sonnet 5.5 der ehrliche Kompromiss, im Coding-Test liegt es sogar vorn.

Benchmarks sind übrigens Laborwerte, ehrlich gesagt. Ob Haiku deine Rechnungen sauber ausliest, merkst du erst mit deinen echten Belegen. Teste es mit zehn Stück, bevor du tausend durchjagst.

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Quellen

  1. Claude Docs: Modellübersicht (Preise, Kontext, Einsatzzweck)
  2. Claude Docs: Das richtige Modell auswählen
  3. Claude Docs: Claude Haiku 5.5 (Preisstufen bis und über 100.000 Tokens)
  4. Anthropic: Introducing Claude Haiku 5.5 (inkl. Terminal-Bench 4.0)
  5. Anthropic: Claude Haiku (Verfügbarkeit in Claude.ai und Claude Code)
  6. Anthropic: Introducing Claude Sonnet 5.5
  7. Anthropic: Claude Sonnet (Verfügbarkeit)
  8. Anthropic: Introducing Claude Opus 5.5
  9. Anthropic: Claude Opus (Verfügbarkeit)
  10. Anthropic: Introducing Claude Fable 5.1 and Claude Mythos 5.1
  11. Claude Support: Claude Fable models on your plan
  12. Claude Support: Modell, Effort und Denk-Einstellungen ändern
  13. Claude Code Docs: Model configuration
  14. Claude Support: Models, usage, and limits in Claude Code

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Häufige Fragen

Welches Claude Modell ist das beste?
Das stärkste ist Fable 5.1, aber das braucht kaum jemand im Alltag. Anthropic empfiehlt Opus 5.5 als Startpunkt für die meisten Aufgaben, Sonnet 5.5 für schnelle Alltagsarbeit und Haiku 5.5 für Massen-Aufgaben wie Mails sortieren. Das beste Modell ist das, das zur Aufgabe passt.
Kann ich mit Claude Haiku 5.5 eine App bauen?
Für eine ganze App ist Haiku 5.5 die falsche Wahl. Im Programmier-Test Terminal-Bench 4.0 schafft es laut Anthropic 39,2 Prozent, Opus 5.5 kommt auf 66,4 und Sonnet 5.5 auf 70,6 Prozent. Für kleine, klar umrissene Code-Änderungen taugt Haiku, für ein ganzes Projekt nimmst du Opus 5.5.
Welches Claude Modell bekomme ich im kostenlosen Plan?
Im Free-Plan kannst du laut Anthropic Sonnet 5.5 und Haiku 5.5 nutzen, im Web und in den Apps für iOS und Android. Opus 5.5 und Fable 5.1 gibt es nur in den bezahlten Plänen Pro, Max, Team und Enterprise.
Welches Claude Modell für Coding?
Für Apps und große Projekte in Claude Code nimmst du Opus 5.5, das ist dort für Pro, Max, Team und Enterprise auch der Standard. Sonnet 5.5 reicht für alltägliches Coding und schont dein Limit. Haiku 5.5 nur für kleine Teilaufgaben.