Tutorial · Produktivität

Geschäftsidee testen mit Claude: founder-skill zeigt dein Angebot 100 Testkunden

Elf kostenlose Claude-Skills prüfen deine Idee, bevor du Wochen reinsteckst. Der wichtigste baut Testkunden aus deiner Zielgruppe und sagt dir, wer kauft und warum die anderen nicht. Ein Prompt richtet alles ein.

G
Georg Kinzel
20. Oktober 2026

Du hast eine Idee. Ein neues Angebot, ein kleines Produkt, ein Kurs. Du baust die Webseite, schreibst die Texte, machst Fotos, und nach drei Wochen kauft keiner. Die Frage, ob überhaupt jemand dafür zahlt, kam ganz am Ende. Sie hätte ganz am Anfang kommen müssen.

Genau dafür hat der Entwickler Jake Schincariol founder-skill gebaut. Das sind elf Skills für Claude, also fertige Arbeitsanleitungen, die Claude bei Bedarf lädt. Zusammen testen sie eine Geschäftsidee, bevor du Geld und Zeit reinsteckst. Das Paket ist kostenlos, steht unter MIT-Lizenz auf GitHub und hatte am 20.10.2026 gut 1.000 Sterne, knapp zwei Wochen nach dem Start. Du brauchst kein Konto und keinen API-Schlüssel, nur Claude Code.

Der Teil, um den es hier geht, heißt /founder-consumer. Claude baut dir Testkunden aus deiner Zielgruppe, zeigt jedem dein Angebot und zählt aus, wer kauft und wer nicht. Und vor allem, warum die anderen nicht kaufen.

Die elf Skills im Überblick

Jeder Skill ist ein eigener Befehl. Sie sind für eine feste Reihenfolge gebaut und lesen gegenseitig ihre Ergebnisse, du kannst aber auch jeden allein starten.

BefehlRolleWas er macht
/founder-boardVorstandDrei Agenten prüfen deine Idee mit je einer Methode aus einem bekannten Buch, nennen, woran sie scheitern könnte, und stimmen ab: investieren, investieren unter Bedingungen oder ablehnen.
/founder-competitorsKonkurrenz-ScoutSucht direkte und indirekte Konkurrenz aus öffentlichen Quellen, mit Preisen und dem, worüber sich deren Kunden beschweren. Jede Angabe mit Link.
/founder-consumerTestkunden-PanelBaut 100 Testkunden aus deiner Zielgruppe, jeder mit eigenem Einkommen, eigenen Gewohnheiten und eigenem Zweifel, und zählt aus, wer kauft.
/founder-pricingPreiseMacht aus den Preis-Antworten der Testkunden eine Preisspanne und legt sie neben Konkurrenz und Marge.
/founder-offerAngebotBaut Boni, Garantie und einen Namen gegen die häufigsten Einwände und testet das neue Angebot noch mal am Panel.
/founder-cfoFinanzenRechnet aus, was pro Verkauf übrig bleibt, ab wann du in den Gewinn kommst und wie viel Geld du vorher brauchst.
/founder-marketingMarketingPositionierung, die Kanäle deiner Käufer, ein Startplan über 30 Tage mit Datum und zehn Hooks.
/founder-brandMarkeNamensvorschläge samt den Prüfungen für Marke, Domain und Social-Media-Namen, dazu Tonfall und ein Briefing fürs Aussehen.
/founder-opsBetriebLieferanten, Abläufe für den ersten Tag, Werkzeuge, nötige Genehmigungen und eine Risikoliste.
/founder-launchStartZuerst ein günstiger Test mit echten Leuten, dann ein Countdown bis zum Start und die ersten 30 Tage.
/founder-planBusiness-PlanFasst alles in einem Plan zusammen, mit einem Urteil, das aus deinen Zahlen berechnet wird.

Noch etwas zum Vorstand. Die drei Agenten sind keine Kopien von Alex Hormozi, Peter Thiel und Steve Jobs. Sie wenden kurze Zusammenfassungen veröffentlichter Methoden an, aus „$100M Offers“, „Zero to One“ und Walter Isaacsons Jobs-Biografie. Laut Skill sprechen sie nie in deren Namen und zitieren sie nicht.

Wer lieber ein Rollen-Set aus der Startup-Welt will: Auch das Claude-Team vom Y-Combinator-Chef prüft deine Idee, dort über sechs Office-Hours-Fragen statt über einen Vorstand.

Was beim Testkunden-Check passiert

/founder-consumer arbeitet in vier Schritten. Beim ersten redest du mit.

  1. Dein Kunde. Claude schreibt aus deinen Angaben ein Profil deiner Zielgruppe: zwei bis vier Gruppen mit Einkommen, typisches Kaufverhalten (kauft täglich, jagt Angebote, liest jede Bewertung) und die Zweifel, die so ein Käufer wirklich hat. Claude zeigt dir das Profil vorher, damit du es korrigieren kannst. Lohnt sich. Ist der Kunde falsch beschrieben, ist das ganze Panel falsch.
  2. Dein Angebot. Drei bis sechs schlichte Zeilen: was es ist, was es kostet, wo man es bekommt. Genau das sieht jeder Testkunde, Wort für Wort.
  3. Die Runde. Ein kleines Python-Skript verteilt Steckbriefe, und jeder Testkunde läuft als eigener Sub-Agent, also als eigene kleine Claude-Instanz mit nur diesem einen Auftrag. Sie laufen in Wellen zu zehn. Im Steckbrief steht ausdrücklich, dass der Testkunde nicht gefällig sein und keine Fakten erfinden soll.
  4. Die Auswertung. Jeder Testkunde schreibt seine Antwort in eine Datei: kauft er, warum oder warum nicht in eigenen Worten, sein größter Einwand, was ihn umstimmen würde, und vier Antworten zum Preis (zu billig, Schnäppchen, wird teuer, zu teuer). Claude zählt das aus.

Mit --quick sind es 20 Testkunden statt 100. Für den ersten Blick auf eine Idee empfiehlt der Entwickler genau das, und Claude soll dich laut Skill vor einer vollen Runde darauf hinweisen, weil 100 Testkunden auch 100 Sub-Agenten bedeuten.

Schritt 1: Einrichten mit dem Prompt

Leg dir zuerst einen leeren Ordner für deine Idee an, zum Beispiel meine-idee, und starte Claude Code darin. Der Grund: Alle Ergebnisse landen in einem Unterordner founder/ im aktuellen Ordner, und den willst du nicht zwischen anderen Projekten haben. Wie du Claude Code überhaupt startest, steht in Claude Code in 10 Minuten startklar.

Dann kopierst du den Prompt aus dem Kasten oben auf dieser Seite rein. Claude prüft Python, holt das Original von GitHub, kopiert die elf Skills an die richtige Stelle, zeigt dir, dass alle da sind, und fragt dich nach deiner Idee. Danach startet es den schnellen Test mit 20 Testkunden.

Zwei Sachen dabei. Claude fragt dich ein paar Mal um Erlaubnis, etwa beim Kopieren der Ordner. Das ist normal, lies kurz mit und bestätige. Und vor dem Test schaltest du mit Shift+Tab auf „accept edits“ um. Sonst musst du jede der 20 Antwortdateien einzeln abnicken.

Einrichten von Hand

Du willst lieber selbst tippen? Die README nennt drei Wege.

Der kürzeste: Den Link in Claude Code einfügen und dazuschreiben:

https://github.com/Jakeschincariol/founder-skill

install skill

Als Plugin, das tippst du direkt ins Eingabefeld von Claude Code:

/plugin marketplace add Jakeschincariol/founder-skill
/plugin install founder-skill@founder-skill

Dann heißen die Befehle allerdings /founder-skill:founder-consumer und so weiter, weil Claude Code Plugin-Skills mit dem Plugin-Namen davor versieht.

Ordner kopieren, im Terminal. So heißen die Befehle kurz /founder-consumer:

git clone https://github.com/Jakeschincariol/founder-skill.git
mkdir -p ~/.claude/skills
cp -r founder-skill/skills/founder-* ~/.claude/skills/

Für alle drei Wege brauchst du Python 3.8 oder neuer, sonst nichts. Kennt Claude den Befehl danach nicht, starte Claude Code einmal neu.

Schritt 2: Den schnellen Test starten

Im Ordner deiner Idee tippst du diese Zeile in Claude Code:

/founder-consumer --quick

Erzähl Claude danach in ein paar Sätzen, was du verkaufen willst, an wen und zu welchem Preis. Je genauer, desto besser. „Online-Kurs für Selbstständige“ ist zu dünn. „Kurs für Selbstständige ohne Mitarbeiter, die ihre Angebote und Rechnungen mit Claude schreiben wollen, 149 Euro einmalig“ gibt dem Panel etwas, woran es sich reiben kann.

Hast du schon echte Kundenstimmen, etwa Mails, Bewertungen oder Notizen aus Gesprächen, gib sie mit. Laut Skill zieht Claude echte Daten seinen eigenen Vermutungen vor und sagt dir, welche Teile des Profils geraten sind.

Schritt 3: Das Ergebnis lesen

Die Auswertung liegt danach in founder/panel/results.md. Claude fasst sie dir so zusammen:

Am meisten lernst du aus den Neins. Die Kaufquote liest du als Obergrenze, das schreibt der Entwickler selbst: Sprachmodelle sagen gern Ja. Die Gründe fürs Nein sagen dir dagegen in Kundensprache, wo dein Angebot hakt. Diese Sätze kannst du direkt für Preis, Angebot und Werbetext nutzen. Als Kundenstimme auf deine Webseite gehören die Zitate aber nicht, sie sind Recherche.

Was danach kommt

Die Testkunden sind dein schneller, günstiger erster Filter. Den Rest erledigen echte Menschen: eine Warteliste, ein Vorverkauf oder eine einfache Landingpage mit Preis. Genau so ist das Paket auch gebaut. /founder-launch startet mit einem günstigen Test in der echten Welt, bevor du irgendwas unterschreibst. Beides zusammen passt gut. Das Panel sagt dir in einer Sitzung, welche Einwände du ausräumen musst, und das echte Gespräch bestätigt, dass du die richtigen erwischt hast.

Sieht der schnelle Test gut aus, lohnt sich die ganze Runde. Die Reihenfolge laut README:

board -> competitors -> consumer -> pricing -> offer -> cfo -> marketing -> brand -> ops -> launch -> plan

Ganz am Ende schreibt /founder-plan deinen Business-Plan nach founder/business-plan.md. Das Urteil darin berechnet ein Skript aus deinen Zahlen. Profitable gibt es nur, wenn jeder Verkauf Geld bringt, das erste Jahr im Plus endet, der Punkt, ab dem du Gewinn machst, zu deinen Kapazitäten passt und genug Testkunden kaufen. Sonst steht da Not yet oder, wenn Angaben fehlen, Incomplete. Die Zahlen sind dabei so gut wie deine Eingaben. Der Finanz-Skill markiert jede Schätzung und fragt nach echten Angeboten, Steuerfragen gehören zu deinem Steuerberater.

Wenn du die Preise lieber einzeln und ausführlicher durchgehen willst: Claude macht deine Preise mit dem Skill pricing-strategist. Das ist ein anderes Paket mit fast gleichem Namen, founder-skills mit s.

Newsletter

Willst du wissen, welche KI-Tools bei mir wirklich halten und welche nur Hype sind? Im Newsletter schicke ich dir, was ich getestet habe, bevor du deine Wochenenden damit verbringst.

👉 Zum Newsletter anmelden

Quellen

  1. GitHub: Jakeschincariol/founder-skill (MIT-Lizenz, README mit Installation und allen elf Skills)
  2. Skill founder-consumer: das Testkunden-Panel (SKILL.md)
  3. Skill founder-board: der Vorstand mit drei Prüf-Brillen (SKILL.md)

20. Oktober 2026. KI-Tools, Preise und Funktionen ändern sich schnell. Vor wichtigen Entscheidungen den aktuellen Stand direkt beim Anbieter prüfen.

Transparenz. Dieser Beitrag ist mit KI-Unterstützung entstanden und von mir geprüft. Genau mit diesen Workflows arbeite ich, und genau die zeige ich hier.

Klau mein System

Das Setup, mit dem KI bei mir 80 % der Arbeit übernimmt. Im kostenlosen PDF: Projekt, Anweisung und fünf Vorlagen für Angebot, Kundenmail, Nachfassen, Posts und Wochenplan. Skills folgen.

Mein System holen

Häufige Fragen

Kann Claude meine Geschäftsidee bewerten?
Ja, mit founder-skill sogar von mehreren Seiten. Ein Vorstand aus drei Agenten bewertet die Idee und stimmt ab, ein Agent sucht die Konkurrenz, ein Finanz-Agent rechnet deine echte Marge aus, und ein Panel aus Testkunden sagt dir, wer kaufen würde. Am Ende steht ein Business-Plan mit einem Urteil, das aus deinen Zahlen berechnet wird: Profitable, Not yet oder Incomplete.
Was kostet founder-skill?
Das Paket ist kostenlos und steht unter MIT-Lizenz auf GitHub. Laut README brauchst du kein Konto, keinen API-Schlüssel und musst nichts verbinden. Die Testkunden laufen als Sub-Agenten in deinem Claude Code und gehen damit von deinem normalen Nutzungslimit ab. Deshalb lohnt sich für den ersten Blick --quick mit 20 statt 100 Testkunden.
Wie zuverlässig sind simulierte Testkunden?
Sie finden schnell Einwände, Zielgruppen und Formulierungen, an die du noch nicht gedacht hast. Eine Verkaufsprognose sind sie laut Entwickler nicht. Sprachmodelle sagen eher Ja, deshalb liest du die Kaufquote als Obergrenze. Die großen Entscheidungen bestätigst du mit echten Leuten, zum Beispiel über eine Warteliste oder einen Vorverkauf.
Geht das auch im normalen Claude-Chat ohne Claude Code?
Teilweise. Laut README kannst du eine einzelne SKILL.md oben in einen Chat einfügen, dann arbeitet Claude nach dieser Methode. Die Sub-Agenten und die Python-Werkzeuge fallen dabei weg, also auch die 100 einzelnen Testkunden. Für das Panel brauchst du Claude Code.
Bleibt meine Idee auf meinem Rechner?
Alle Dateien landen im Ordner founder/ in deinem Projekt. Die vier Python-Werkzeuge gehen laut README nicht ins Internet. Claude selbst verarbeitet deine Idee wie jede andere Unterhaltung bei Anthropic, und der Konkurrenz-Scout sucht in öffentlichen Quellen im Netz.
Ist das dasselbe wie founder-skills mit dem pricing-strategist?
Nein, das sind zwei verschiedene Projekte mit fast gleichem Namen. founder-skill (ohne s) von Jake Schincariol testet die ganze Idee mit Vorstand, Testkunden und Finanzen. founder-skills (mit s) von ognjengt ist ein anderes Paket, aus dem der Preis-Skill pricing-strategist stammt.