Du hast eine Idee. Ein neues Angebot, ein kleines Produkt, ein Kurs. Du baust die Webseite, schreibst die Texte, machst Fotos, und nach drei Wochen kauft keiner. Die Frage, ob überhaupt jemand dafür zahlt, kam ganz am Ende. Sie hätte ganz am Anfang kommen müssen.
Genau dafür hat der Entwickler Jake Schincariol founder-skill gebaut. Das sind elf Skills für Claude, also fertige Arbeitsanleitungen, die Claude bei Bedarf lädt. Zusammen testen sie eine Geschäftsidee, bevor du Geld und Zeit reinsteckst. Das Paket ist kostenlos, steht unter MIT-Lizenz auf GitHub und hatte am 20.10.2026 gut 1.000 Sterne, knapp zwei Wochen nach dem Start. Du brauchst kein Konto und keinen API-Schlüssel, nur Claude Code.
Der Teil, um den es hier geht, heißt /founder-consumer. Claude baut dir Testkunden aus deiner Zielgruppe, zeigt jedem dein Angebot und zählt aus, wer kauft und wer nicht. Und vor allem, warum die anderen nicht kaufen.
Die elf Skills im Überblick
Jeder Skill ist ein eigener Befehl. Sie sind für eine feste Reihenfolge gebaut und lesen gegenseitig ihre Ergebnisse, du kannst aber auch jeden allein starten.
| Befehl | Rolle | Was er macht |
|---|---|---|
/founder-board | Vorstand | Drei Agenten prüfen deine Idee mit je einer Methode aus einem bekannten Buch, nennen, woran sie scheitern könnte, und stimmen ab: investieren, investieren unter Bedingungen oder ablehnen. |
/founder-competitors | Konkurrenz-Scout | Sucht direkte und indirekte Konkurrenz aus öffentlichen Quellen, mit Preisen und dem, worüber sich deren Kunden beschweren. Jede Angabe mit Link. |
/founder-consumer | Testkunden-Panel | Baut 100 Testkunden aus deiner Zielgruppe, jeder mit eigenem Einkommen, eigenen Gewohnheiten und eigenem Zweifel, und zählt aus, wer kauft. |
/founder-pricing | Preise | Macht aus den Preis-Antworten der Testkunden eine Preisspanne und legt sie neben Konkurrenz und Marge. |
/founder-offer | Angebot | Baut Boni, Garantie und einen Namen gegen die häufigsten Einwände und testet das neue Angebot noch mal am Panel. |
/founder-cfo | Finanzen | Rechnet aus, was pro Verkauf übrig bleibt, ab wann du in den Gewinn kommst und wie viel Geld du vorher brauchst. |
/founder-marketing | Marketing | Positionierung, die Kanäle deiner Käufer, ein Startplan über 30 Tage mit Datum und zehn Hooks. |
/founder-brand | Marke | Namensvorschläge samt den Prüfungen für Marke, Domain und Social-Media-Namen, dazu Tonfall und ein Briefing fürs Aussehen. |
/founder-ops | Betrieb | Lieferanten, Abläufe für den ersten Tag, Werkzeuge, nötige Genehmigungen und eine Risikoliste. |
/founder-launch | Start | Zuerst ein günstiger Test mit echten Leuten, dann ein Countdown bis zum Start und die ersten 30 Tage. |
/founder-plan | Business-Plan | Fasst alles in einem Plan zusammen, mit einem Urteil, das aus deinen Zahlen berechnet wird. |
Noch etwas zum Vorstand. Die drei Agenten sind keine Kopien von Alex Hormozi, Peter Thiel und Steve Jobs. Sie wenden kurze Zusammenfassungen veröffentlichter Methoden an, aus „$100M Offers“, „Zero to One“ und Walter Isaacsons Jobs-Biografie. Laut Skill sprechen sie nie in deren Namen und zitieren sie nicht.
Wer lieber ein Rollen-Set aus der Startup-Welt will: Auch das Claude-Team vom Y-Combinator-Chef prüft deine Idee, dort über sechs Office-Hours-Fragen statt über einen Vorstand.
Was beim Testkunden-Check passiert
/founder-consumer arbeitet in vier Schritten. Beim ersten redest du mit.
- Dein Kunde. Claude schreibt aus deinen Angaben ein Profil deiner Zielgruppe: zwei bis vier Gruppen mit Einkommen, typisches Kaufverhalten (kauft täglich, jagt Angebote, liest jede Bewertung) und die Zweifel, die so ein Käufer wirklich hat. Claude zeigt dir das Profil vorher, damit du es korrigieren kannst. Lohnt sich. Ist der Kunde falsch beschrieben, ist das ganze Panel falsch.
- Dein Angebot. Drei bis sechs schlichte Zeilen: was es ist, was es kostet, wo man es bekommt. Genau das sieht jeder Testkunde, Wort für Wort.
- Die Runde. Ein kleines Python-Skript verteilt Steckbriefe, und jeder Testkunde läuft als eigener Sub-Agent, also als eigene kleine Claude-Instanz mit nur diesem einen Auftrag. Sie laufen in Wellen zu zehn. Im Steckbrief steht ausdrücklich, dass der Testkunde nicht gefällig sein und keine Fakten erfinden soll.
- Die Auswertung. Jeder Testkunde schreibt seine Antwort in eine Datei: kauft er, warum oder warum nicht in eigenen Worten, sein größter Einwand, was ihn umstimmen würde, und vier Antworten zum Preis (zu billig, Schnäppchen, wird teuer, zu teuer). Claude zählt das aus.
Mit --quick sind es 20 Testkunden statt 100. Für den ersten Blick auf eine Idee empfiehlt der Entwickler genau das, und Claude soll dich laut Skill vor einer vollen Runde darauf hinweisen, weil 100 Testkunden auch 100 Sub-Agenten bedeuten.
Schritt 1: Einrichten mit dem Prompt
Leg dir zuerst einen leeren Ordner für deine Idee an, zum Beispiel meine-idee, und starte Claude Code darin. Der Grund: Alle Ergebnisse landen in einem Unterordner founder/ im aktuellen Ordner, und den willst du nicht zwischen anderen Projekten haben. Wie du Claude Code überhaupt startest, steht in Claude Code in 10 Minuten startklar.
Dann kopierst du den Prompt aus dem Kasten oben auf dieser Seite rein. Claude prüft Python, holt das Original von GitHub, kopiert die elf Skills an die richtige Stelle, zeigt dir, dass alle da sind, und fragt dich nach deiner Idee. Danach startet es den schnellen Test mit 20 Testkunden.
Zwei Sachen dabei. Claude fragt dich ein paar Mal um Erlaubnis, etwa beim Kopieren der Ordner. Das ist normal, lies kurz mit und bestätige. Und vor dem Test schaltest du mit Shift+Tab auf „accept edits“ um. Sonst musst du jede der 20 Antwortdateien einzeln abnicken.
Einrichten von Hand
Du willst lieber selbst tippen? Die README nennt drei Wege.
Der kürzeste: Den Link in Claude Code einfügen und dazuschreiben:
https://github.com/Jakeschincariol/founder-skill
install skill
Als Plugin, das tippst du direkt ins Eingabefeld von Claude Code:
/plugin marketplace add Jakeschincariol/founder-skill
/plugin install founder-skill@founder-skill
Dann heißen die Befehle allerdings /founder-skill:founder-consumer und so weiter, weil Claude Code Plugin-Skills mit dem Plugin-Namen davor versieht.
Ordner kopieren, im Terminal. So heißen die Befehle kurz /founder-consumer:
git clone https://github.com/Jakeschincariol/founder-skill.git
mkdir -p ~/.claude/skills
cp -r founder-skill/skills/founder-* ~/.claude/skills/
Für alle drei Wege brauchst du Python 3.8 oder neuer, sonst nichts. Kennt Claude den Befehl danach nicht, starte Claude Code einmal neu.
Schritt 2: Den schnellen Test starten
Im Ordner deiner Idee tippst du diese Zeile in Claude Code:
/founder-consumer --quick
Erzähl Claude danach in ein paar Sätzen, was du verkaufen willst, an wen und zu welchem Preis. Je genauer, desto besser. „Online-Kurs für Selbstständige“ ist zu dünn. „Kurs für Selbstständige ohne Mitarbeiter, die ihre Angebote und Rechnungen mit Claude schreiben wollen, 149 Euro einmalig“ gibt dem Panel etwas, woran es sich reiben kann.
Hast du schon echte Kundenstimmen, etwa Mails, Bewertungen oder Notizen aus Gesprächen, gib sie mit. Laut Skill zieht Claude echte Daten seinen eigenen Vermutungen vor und sagt dir, welche Teile des Profils geraten sind.
Schritt 3: Das Ergebnis lesen
Die Auswertung liegt danach in founder/panel/results.md. Claude fasst sie dir so zusammen:
- Die Kopfzeile: wie viele kaufen und wie viele nicht.
- Wer kauft und wer nicht: die Gruppen, die sich am stärksten unterscheiden. Oft steckt hier die eigentliche Erkenntnis, zum Beispiel dass nur eine von drei Zielgruppen anbeißt.
- Warum sie ablehnen: die drei häufigsten Gründe, jeder mit einem Zitat.
- Was ein Nein umdreht: die Antworten, die am häufigsten kamen.
- Ein Satz dazu, was du vor dem ersten Euro ändern solltest, und welcher Skill das übernimmt.
Am meisten lernst du aus den Neins. Die Kaufquote liest du als Obergrenze, das schreibt der Entwickler selbst: Sprachmodelle sagen gern Ja. Die Gründe fürs Nein sagen dir dagegen in Kundensprache, wo dein Angebot hakt. Diese Sätze kannst du direkt für Preis, Angebot und Werbetext nutzen. Als Kundenstimme auf deine Webseite gehören die Zitate aber nicht, sie sind Recherche.
Was danach kommt
Die Testkunden sind dein schneller, günstiger erster Filter. Den Rest erledigen echte Menschen: eine Warteliste, ein Vorverkauf oder eine einfache Landingpage mit Preis. Genau so ist das Paket auch gebaut. /founder-launch startet mit einem günstigen Test in der echten Welt, bevor du irgendwas unterschreibst. Beides zusammen passt gut. Das Panel sagt dir in einer Sitzung, welche Einwände du ausräumen musst, und das echte Gespräch bestätigt, dass du die richtigen erwischt hast.
Sieht der schnelle Test gut aus, lohnt sich die ganze Runde. Die Reihenfolge laut README:
board -> competitors -> consumer -> pricing -> offer -> cfo -> marketing -> brand -> ops -> launch -> plan
Ganz am Ende schreibt /founder-plan deinen Business-Plan nach founder/business-plan.md. Das Urteil darin berechnet ein Skript aus deinen Zahlen. Profitable gibt es nur, wenn jeder Verkauf Geld bringt, das erste Jahr im Plus endet, der Punkt, ab dem du Gewinn machst, zu deinen Kapazitäten passt und genug Testkunden kaufen. Sonst steht da Not yet oder, wenn Angaben fehlen, Incomplete. Die Zahlen sind dabei so gut wie deine Eingaben. Der Finanz-Skill markiert jede Schätzung und fragt nach echten Angeboten, Steuerfragen gehören zu deinem Steuerberater.
Wenn du die Preise lieber einzeln und ausführlicher durchgehen willst: Claude macht deine Preise mit dem Skill pricing-strategist. Das ist ein anderes Paket mit fast gleichem Namen, founder-skills mit s.
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