Ein Imagefilm für ein neues Produkt heißt normalerweise: Agentur briefen, Wochen warten, Rechnung bezahlen. Ich hab’s diesmal anders gemacht. Ich hab Claude einen Befehl gegeben, und zwölf Minuten später lag ein fertiger Film mit Musik auf meinem Rechner.
Das Werkzeug dafür heißt brag. Auf Deutsch heißt das so viel wie „angeben“, und genau dafür ist es gebaut: Du hast etwas gebaut, jetzt zeigst du es her. Der Skill ist Open Source und hat auf GitHub gerade über 8.000 Sterne.
Was brag macht
Du startest brag in einem Projektordner, zum Beispiel dem deiner Website, deiner App oder deines Tools. Claude liest dann selbst, was da ist: die Texte, die Farben, die Bilder, die wichtigsten Seiten. Daraus plant es einen Film mit Aufhänger, zwei oder drei Highlights und einem Schluss, und am Ende rendert es ihn.
Das Ergebnis liegt in einem Ordner brag-output/:
brag.mp4, der Film selbst, meistens 15 bis 25 Sekunden langbrag.jpg, das beste Standbild als Vorschaubild, das auch gleich als erstes Bild im Video stecktshare-copy.txt, ein kurzer Text zum Postenbrag-plan.md, das Storyboard, falls du nachvollziehen willst, warum der Film so aussieht
Der Skill hat ein paar feste Regeln, die ich gut finde. Der Film zeigt dein echtes Produkt und keine Stockbilder. Allgemeines Marketing-Blabla wie „optimiere deinen Workflow“ ist ausdrücklich verboten. Und jeder Text bleibt so lange stehen, dass man ihn lesen kann.
Die zwei Varianten: brag und brag-slim
Es gibt den Skill in zwei Fassungen. brag (klassisch) plant den Film und übergibt den Bau an HyperFrames. Das ist ein Werkzeug von HeyGen, das aus HTML fertige Videos macht. HyperFrames gibt es auch einzeln als Plugin, mit dem Claude dein Video mit HyperFrames schneidet. Musik und Soundeffekte liefert brag mit, auf Wunsch auch einen Sprecher.
brag-slim ist die schlanke Fassung für Opus 5.5. Hier baut Claude den kompletten Film selbst, mit den Programmen, die auf deinem Rechner schon drauf sind: Bild, Animation, Musik, Schnitt. HyperFrames braucht es dafür nicht.
Den Wechsel musst du nicht selbst machen. Läuft Claude auf Opus 5.5, schaltet /brag von allein auf die schlanke Variante um und sagt dir das in einer Zeile. Willst du trotzdem den klassischen Weg, tippst du /brag --full.
brag-slim kann noch etwas, das für Agenturen und Selbstständige interessant ist: Du musst kein eigenes Projekt haben. Du gibst ihm einfach eine Website-Adresse, und es holt sich Texte, Farben, Logo und Bilder direkt von der Seite. Damit bekommt auch die Website eines Kunden ihren eigenen Film.
Installieren
In Claude Code, zwei Zeilen:
/plugin marketplace add latent-spaces/brag
/plugin install brag@brag
Damit hast du beide Varianten. Mit Codex, Cursor oder einem anderen Agenten geht es im Terminal:
npx skills add https://github.com/latent-spaces/brag --skill brag
Das brauchst du vorher: Node ab Version 22 und ffmpeg. Für den klassischen Weg kommt HyperFrames dazu, ob das sitzt, prüfst du mit npx hyperframes doctor.
Die Befehle
Im Projektordner reicht ein Satz:
let's /brag
Oder du gibst gleich die Richtung vor:
/brag --tone cinematic --format vertical
Die wichtigsten Stellschrauben dabei:
--tonelegt die Stimmung fest. Es gibt sieben Vorlagen:default,polished(seriös),yc-parody(Start-up-Launch, todernst gespielt),chaotic,deadpan(trocken),cinematic(Kinotrailer) undapp-store. Du kannst auch frei beschreiben, was du willst, zum Beispiel „fake Series A launch from 2016“.--formatistlandscape(Standard, 1920 mal 1080),verticalfür Reels odersquare.--durationsetzt die Länge in Sekunden.--no-musiclässt die Musik weg.
Mein erster Film: claude eyes
Ausprobiert habe ich brag an meinem eigenen Plugin claude eyes. Damit kann Claude sich Videos wirklich anschauen, also die Bilder sehen und hören, was gesagt wird.
Der erste Lauf ging schnell. Ein Befehl, zwei, drei Sätze dazu, worum es gehen soll, und nach zwölf Minuten stand ein fertiger Film mit eigener Musik. Claude hat dafür das Maskottchen aus dem Repo genommen, es vor einen Röhrenfernseher gesetzt und auf dem Fernseher eins meiner Reels laufen lassen. Darauf wäre ich selbst nicht gekommen.
Gepasst hat der erste Entwurf trotzdem nicht. Er war zu technisch: Terminal-Befehle, Bild-Raster, Zeitstempel. Entwickler hätte das interessiert, alle anderen hätten weitergescrollt. Also hab ich nachgeschärft, und zwar nur mit Sätzen, ohne selbst etwas anzufassen:
- Querformat und alles auf Deutsch.
- Schrift größer, damit man den Film auf dem Handy im Splitscreen lesen kann.
- Nutzen statt Technik: Jede Szene zeigt einen Vorteil für den Anwender, kein Code mehr im Bild.
- Echte Beispiele statt Platzhaltern. Die Zusammenfassung, die Notizen und die gefundene Stelle im Film stammen jetzt aus einem echten Reel von mir.
Jede Runde hat ein paar Minuten gedauert. Der fertige Film zeigt jetzt, was claude eyes für dich tut: Videos zusammenfassen, verstehen, warum ein Reel funktioniert, eine bestimmte Stelle finden und aus jedem Video Notizen machen.
Mein Tipp: Sag ihm gleich, was der Film verkaufen soll
brag liest dein Projekt und sucht sich selbst einen Aufhänger. Bei einem Werkzeug für Entwickler landet es dabei schnell bei der Technik, weil die im Code am lautesten ist. Das kannst du dir sparen, wenn du die Richtung gleich mitgibst:
/brag Zeig die Vorteile für den Anwender, kein Code im Bild. Querformat, deutsche Texte, große Schrift.
Damit ist schon der erste Lauf näher an dem, was du willst. Ein paar Runden Nachschärfen gehören trotzdem dazu, bei einem echten Imagefilm wäre das nicht anders.
Und wenn der Film für Instagram gedacht ist: Hör dir den Ton an, bevor du postest. Die Musik baut Claude in der schlanken Variante selbst zusammen, und das Anhören kann es dir nicht abnehmen.
Was du jetzt tun kannst
Nimm das Projekt, auf das du gerade am meisten stolz bist, oder die Website deines Unternehmens. Installier brag, gib ihm einen Satz Richtung mit und schau, was rauskommt. Das Schlimmste, was passieren kann, ist ein Entwurf, den du verwirfst.
Den Skill findest du auf GitHub unter latent-spaces/brag. Und wenn du willst, dass Claude sich deine Videos auch anschauen kann, liegt mein Plugin unter epictaste/claude-eyes. Wie du es einrichtest, steht hier.
Quellen
27. September 2026. KI-Tools, Preise und Funktionen ändern sich schnell. Vor wichtigen Entscheidungen den aktuellen Stand direkt beim Anbieter prüfen.
Transparenz. Dieser Beitrag ist mit KI-Unterstützung entstanden und von mir geprüft. Das Beitragsbild ist KI-generiert. Genau mit diesen Workflows arbeite ich, und genau die zeige ich hier.
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