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Claude schneidet dein Video: der Skill cut

Ein Skill für Claude Code, der dein Hochkant-Video hört, wortgenau schneidet und eine Animationszone über dein Gesicht legt. Installation, erster Lauf und die Regeln hinter dem Look.

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Georg Kinzel
13. September 2026

Ich drehe meine Reels selbst, aber schneiden will ich nicht. Also habe ich das Schneiden an Claude abgegeben. Der Skill heißt cut, er ist Open Source, und er macht aus einem rohen Handyvideo ein fertiges Reel mit Grafiken über dem Kopf.

Der Look ist der, den du von vielen englischen Reels kennst. Harte waagerechte Kante in der Bildmitte, oben läuft die Grafik, unten redest du. Nur ohne Neon und ohne Glitzer. Schwarz, Weiß, eine Akzentfarbe.

Was der Skill wirklich macht

Du gibst ein Hochkant-Video rein, 1080 mal 1920, du redest in die Kamera, Untertitel gern schon eingebrannt. Dann tippst du in Claude Code eine Zeile:

/cut mein-reel.mp4

Was danach passiert, läuft ohne dich weiter. Claude schickt die Tonspur an Deepgram, einen Dienst, der aus Audio einzelne Wörter mit Zeitstempel macht. Daraus wird eine Liste: welches Wort fällt in welchem Einzelbild. Genau darauf sitzt später jeder Szenenwechsel. Er liegt auf dem Wort „Deepgram”, das du gesagt hast, und nie auf einer Sekundenzahl.

Danach misst Claude das Bild aus. Hast du Untertitel eingebrannt, sucht es die Oberkante der Untertitel-Box und setzt die Animationszone 23 Pixel darüber. Ohne Untertitel nimmt es die obere Bildhälfte. Über dieser Kante ist alles Grafik, darunter bleibt dein Original unangetastet.

Dann baut es die Grafiken. Dafür nutzt der Skill Remotion, ein Werkzeug, mit dem man Animationen als Code schreibt und als Video rendert. Du schreibst den Code nicht. Claude schreibt ihn, rendert Standbilder, schaut sie sich an und korrigiert, was schief sitzt. Am Ende legt es die gerenderte Zone per ffmpeg über deinen Schnitt und wirft eine fertige MP4-Datei aus.

Installieren

In Claude Code, zwei Zeilen:

/plugin marketplace add epictaste/claude-cut
/plugin install cut@epictaste

Wenn du mit Codex, Cursor oder Copilot arbeitest, geht es im Terminal:

npx skills add epictaste/claude-cut -g

Das musst du vorher haben: ffmpeg und ffprobe für den Schnitt, Node ab Version 20 für Remotion, Python ab 3.10. Dazu einen Deepgram-Schlüssel in der Datei ~/.config/cut/.env:

DEEPGRAM_API_KEY=dein-schluessel

Nutzt du schon mein Plugin claude eyes, liest cut dessen Schlüssel aus ~/.config/watch/.env mit. Dann hast du null Konfiguration.

Ob alles sitzt, prüft der Skill beim Start selbst und sagt dir, was fehlt.

Der erste Lauf

Einmal fragt Claude dich etwas, und zwar alles auf einmal. Hast du mehrere Hooks am Stück gedreht und willst daraus verschiedene Versionen? Soll der Text-Hook als großes Plakat ab dem ersten Einzelbild stehen? Soll die Zone dunkel mit harter Kante sein oder sollen Elemente frei über dem Bild schweben? Vier Fragen, dann bist du raus.

Die Frage nach den Hook-Versionen ist die, die am meisten bringt. Ich drehe meine Reels so, dass ich drei oder vier verschiedene Einstiege hintereinander in die Kamera sage und danach einmal den Rest. Der Skill schneidet daraus mehrere komplette Fassungen, jede mit einem anderen Anfang und demselben Hauptteil. Du bekommst also drei fertige Dateien und kannst testen, welcher Einstieg im Feed hängen bleibt.

Ab da arbeitet es sich durch. Erst schneidet ffmpeg die Versionen einzelbildgenau zusammen, danach zählt ffprobe nach, ob die Anzahl der Einzelbilder exakt stimmt. Dann legt Claude ein eigenes kleines Remotion-Projekt neben dein Video, mit einer Datei pro Szene.

Der Teil, der mich überzeugt hat: Für jede Szene startet Claude in Claude Code einen eigenen Sub-Agenten, und die bauen parallel. Jeder rendert mindestens vier Standbilder aus seiner Szene, schaut sie sich wirklich an und fixt abgeschnittenen Text oder leere Frames selbst, bevor er fertig meldet.

Zum Schluss rendert der Skill die Zone, mischt kleine Oberflächen-Geräusche wie Klick oder Tippen etwa 10 Dezibel unter deine Stimme und legt alles übers Video. Die fertige Datei landet in einem Unterordner out/. Dazu bekommst du pro Version einen Kontaktbogen: sieben Einzelbilder nebeneinander, damit du in zwei Sekunden siehst, ob die Kante sitzt und die Untertitel frei sind.

Die Regeln, die den Look ausmachen

Der Code ist austauschbar. Der eigentliche Wert steckt in den Regeln, die im Skill stehen. Die habe ich mir über viele eigene Reels zusammengesammelt.

Das Video ist die Wahrheit. Jeder Wechsel liegt auf einem gesprochenen Wort. Geratene Zeiten gibt es nicht.

Keine Untertitel-Wiederholung. Die Grafik oben wiederholt nie, was du gerade sagst. Sie ergänzt: eine Zahl, ein Datum, ein Messwert, ein trockener Kommentar. Hervorgehoben werden nur Zahlen.

Harte Wechsel. Kein Weichzeichnen, kein Federn, kein Schweben. Erlaubt sind langsames Driften, Tipp-Effekte, einfliegende Zeilen, sich füllende Balken.

Nie Stillstand. Keine Szene steht anderthalb Sekunden fertig herum. Listenpunkte tauchen erst auf, wenn du sie sagst.

Echte Oberflächen statt Text-Kacheln. Ein Chat-Fenster, ein Terminal mit grünem Haken, eine Handy-Benachrichtigung, eine Datei-Karte. Pro Szene eine Hauptgrafik und höchstens drei Stichworte.

Eine Schrift, drei Farben. Inter Black mit hartem Schatten, Schwarz, Weiß, Grau, dazu eine Akzentfarbe (bei mir ein gebranntes Orange, in der Konfiguration änderbar). Grün nur für Häkchen. Kein Leuchten, kein Farbverlauf.

Der Text-Hook ist ein Plakat. Zwei Zeilen, groß, ab dem allerersten Einzelbild sichtbar, und er bleibt mindestens drei Sekunden stehen. Die Animation läuft darunter weiter.

Prompts werden verpixelt. Zeigst du ein Chat-Fenster mit einem langen Prompt, bleibt nur der Anfang lesbar, der Rest wird zu einem groben Raster. Das sieht nach echtem Screenshot aus, lädt aber niemanden zum Pausieren und Abtippen ein.

Oben 180 Pixel frei. Da sitzt bei Instagram die Kopfzeile drüber. Die Grafik wird maximal 760 Pixel breit und sitzt senkrecht mittig in der Zone.

Wo es hakt

Schnell ist das nicht. Transkription, Schnitt und Rendern brauchen zusammen mehrere Minuten, bei mehreren Hook-Versionen entsprechend länger. Nebenbei mal eben rendern geht nicht.

Der Skill ist für genau einen Fall gebaut: Hochkant, ein Mensch redet in die Kamera. Screen-Recordings ohne Sprache oder Querformat-Videos kannst du damit nicht schneiden.

Und die vier Werkzeuge im Hintergrund musst du einmal installieren. Wenn du noch nie ein Terminal offen hattest, ist das die eigentliche Hürde, nicht der Skill.

Ein Hinweis zu anderen Hosts: In Codex oder Cursor läuft der Skill, aber die Szenen werden nacheinander gebaut. Das kostet Zeit. Die parallelen Sub-Agenten gibt es nur in Claude Code.

Was du jetzt tun kannst

Nimm ein Video, das du eh schon gedreht hast, installier den Skill und lass ihn einmal drüberlaufen. Beim ersten Mal ist der Kontaktbogen dein bester Freund: Wenn die Kante sitzt und die Untertitel frei sind, ist der Rest Geschmackssache.

Ich probiere gerade aus, wie sich derselbe Skill in verschiedenen Werkzeugen schlägt. Gleicher Clip, einmal von Claude geschnitten, einmal von Codex, beide mit cut. Der Code ist in beiden Fällen derselbe, die Entscheidungen sind es nicht.

Der Skill liegt auf GitHub unter epictaste/claude-cut. Wenn dir eine Regel fehlt, schreib sie rein. Dafür ist er offen.

Quellen

  1. GitHub: epictaste/claude-cut
  2. Remotion (Videos per Code rendern)
  3. Deepgram (Wörter mit Zeitstempel)
  4. agentskills.io (Skills für andere Hosts)

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Häufige Fragen

Was kostet der Skill?
Der Skill ist kostenlos und Open Source unter MIT-Lizenz. Bezahlen musst du zwei andere Sachen: dein normales Claude-Kontingent, weil die Agenten beim Bauen Standbilder anschauen, und Deepgram für die Transkription. Deepgram hat ein kostenloses Startguthaben, das für die ersten Videos reicht.
Geht das auch ohne Claude Code?
Ja. Der Skill läuft auch in Codex, Cursor oder Copilot, du installierst ihn dort mit npx skills add. Ein Unterschied bleibt: In Claude Code bauen mehrere Sub-Agenten die Szenen parallel, andere Hosts arbeiten die Teile nacheinander ab. Das Ergebnis ist dasselbe, es dauert nur länger.
Wird mein Video irgendwo hochgeladen?
Schnitt und Rendern passieren komplett auf deinem Rechner. Zu Deepgram geht nur die Tonspur, damit du für jedes Wort einen Zeitstempel bekommst. Das Video selbst verlässt deinen Rechner nicht.
Funktioniert das mit Querformat-Videos?
Gebaut ist der Skill für Hochkant im Format 1080 mal 1920, also Reels, Shorts und TikTok mit einem Gesicht im Bild. Die ganze Logik hängt daran, dass oben Platz ist und unten dein Gesicht sitzt. Bei Querformat oder einem Video ohne Sprache funktioniert das Prinzip nicht.