Der Balken ganz unten in Claude Code, die Statusline, zeigt bei den meisten Leuten nichts oder nur den Ordner. Dabei kannst du dort reinpacken, was immer du beim Arbeiten im Blick haben willst. Ich hab meine so gebaut, dass ich mit einem Blick sehe, welches Modell läuft, wie voll mein Kontext ist und wie nah ich an meinem Limit bin. Hier steht, was drin ist, warum, und ein fertiger Prompt, mit dem du dir dieselbe Zeile in einer Minute einrichtest.
Was meine Statusline zeigt
Meine Zeile sieht so aus:
Opus personal-brand high 12% ⏱ 23%
Fünf Infos, durch Abstände getrennt:
- Opus ist das Modell. Ich zeige nur das erste Wort, die Versionsnummer spare ich mir. Sobald ich auf Fable oder Sonnet wechsle, steht das hier.
- personal-brand ist der aktuelle Projektordner.
- high ist das Effort-Level, also wie viel Denkarbeit das Modell pro Antwort reinsteckt.
- 12% ist die Kontext-Auslastung, also wie voll das Kontextfenster gerade ist. Diese Zahl wechselt die Farbe.
- ⏱ 23% ist mein 5-Stunden-Limit. Der Wert sagt, wie viel ich in den letzten fünf Stunden verbraucht habe. Auch der färbt sich.
Die Kontext-Zahl ist der eigentliche Grund
Die Prozentzahl beim Kontext ist der Wert, auf den ich am meisten schaue. Sie sagt, wie viel vom Kontextfenster schon belegt ist. Bei Claude Code sind das normalerweise 200.000 Token, die Zahl ist also der Anteil davon. 50 Prozent heißt: die Hälfte ist voll.
Warum das zählt: Modelle werden mit vollerem Kontext schlechter. Das ist gut untersucht. Chroma hat 18 aktuelle Modelle getestet, und alle verlieren an Genauigkeit, je länger der Kontext wird, teils über 30 Prozent. Das passiert nicht erst kurz vorm Limit, sondern mit jedem Zuwachs. Das Claude-Code-Team empfiehlt darum, schon bei rund 50 bis 60 Prozent zu kompaktieren, statt zu warten, bis das Auto-Compact von selbst greift.
Meine Farbschwellen sind deshalb bewusst streng gesetzt:
- Grün unter 30 Prozent. Alles entspannt.
- Gelb von 30 bis 50 Prozent. Zeit, aufzuräumen oder gleich zu kompaktieren.
- Rot über 50 Prozent. Jetzt leidet die Qualität, spätestens hier kompaktiere ich.
Das ist Geschmackssache. Wer länger am Stück in einem vollen Kontext arbeiten will, zieht die Schwellen höher. Mir ist der frühe Schubs lieber.
Das 5-Stunden-Limit mit der Uhr
Wenn du Claude Pro oder Max hast, schickt Claude Code auch deine Rate-Limits mit. Das kleine Uhr-Symbol steht für mein rollendes 5-Stunden-Fenster, die Prozentzahl dahinter für den verbrauchten Anteil. So sehe ich früh, ob ich gleich gedrosselt werde, statt es erst zu merken, wenn es passiert. Auch hier gibt es Farben, aber lockerer als beim Kontext:
- Grün unter 50 Prozent.
- Gelb von 50 bis 79 Prozent.
- Rot ab 80 Prozent.
Der fertige Prompt
Am einfachsten baust du dir die Zeile, indem du Claude Code die Arbeit machen lässt. Kopier diesen Prompt ins Eingabefeld:
Richte mir eine eigene Claude-Code-Statusline ein (statusLine in meiner
settings.json, type: command). Sie liest das JSON auf stdin und gibt genau
diese Elemente in einer Zeile aus, mit zwei Leerzeichen getrennt:
1. Modell: nur das erste Wort von .model.display_name (also "Opus" statt
"Opus 4.8").
2. Ordner: der Basename von .workspace.current_dir.
3. Effort-Level: .effort.level (weglassen, wenn das Feld fehlt).
4. Kontext-Auslastung: .context_window.used_percentage als "12%", farbig:
grün unter 30%, gelb 30 bis 50%, rot über 50%.
5. 5-Stunden-Limit: .rate_limits.five_hour.used_percentage mit einem
Uhr-Symbol davor ("⏱ 23%"), farbig: grün unter 50%, gelb 50 bis 79%,
rot ab 80%. Weglassen, wenn das Feld fehlt.
Nutze ANSI-Farbcodes. Alle optionalen Felder mit Fallback, damit die Zeile
nie kaputtgeht. Schreib das in meine settings.json und teste den Befehl
einmal mit Beispiel-JSON.
Claude legt dir daraus den passenden Eintrag an und prüft ihn einmal durch. Die neue Zeile erscheint ab dem nächsten Prompt, sonst startest du die Session kurz neu.
Lieber selbst einfügen?
Wenn du den Eintrag direkt in deine ~/.claude/settings.json schreiben willst, sieht der statusLine-Block so aus:
"statusLine": {
"type": "command",
"command": "input=$(cat); model=$(echo \"$input\" | jq -r '.model.display_name | split(\" \")[0]'); dir=$(basename \"$(echo \"$input\" | jq -r '.workspace.current_dir')\"); effort=$(echo \"$input\" | jq -r '.effort.level // empty'); cpct=$(echo \"$input\" | jq -r '(.context_window.used_percentage // empty) | if type==\"number\" then floor else . end'); ctxstr=$(echo \"$input\" | jq -r 'if .context_window.used_percentage != null then \"\\(.context_window.used_percentage)%\" else empty end'); ctxseg=\"\"; if [ -n \"$ctxstr\" ]; then ccol=32; if [ -n \"$cpct\" ]; then if [ \"$cpct\" -gt 50 ]; then ccol=31; elif [ \"$cpct\" -ge 30 ]; then ccol=33; fi; fi; ctxseg=$(printf ' \\033[%sm%s\\033[0m' \"$ccol\" \"$ctxstr\"); fi; rl=$(echo \"$input\" | jq -r '(.rate_limits.five_hour.used_percentage // empty) | if type==\"number\" then floor else . end'); rlseg=\"\"; if [ -n \"$rl\" ]; then if [ \"$rl\" -ge 80 ]; then col=31; elif [ \"$rl\" -ge 50 ]; then col=33; else col=32; fi; rlseg=$(printf ' \\033[%sm⏱ %s%%\\033[0m' \"$col\" \"$rl\"); fi; printf '%s %s%s%s%s' \"$model\" \"$dir\" \"${effort:+ $effort}\" \"$ctxseg\" \"$rlseg\""
}
Der Befehl braucht jq. Auf dem Mac installierst du es mit brew install jq, falls es noch fehlt. Die Zahlen 30, 50 und 80 im Befehl sind deine Farbschwellen, die kannst du nach Geschmack ändern.
Was nicht geht
Eine Sache vorweg, falls du danach suchst: Die Startbox ganz oben, die beim Öffnen das Logo und den Modellnamen zeigt, lässt sich nicht anpassen. Die ist fest eingebaut. Und die Zeile bypass permissions on, die im Bypass-Modus über dem Eingabefeld steht, kannst du auch nicht wegkonfigurieren. Sie ist ein Sicherheits-Hinweis und bleibt, solange du in dem Modus arbeitest. Anpassen lässt sich nur die Statusline selbst, und die dafür umso freier.
Für wen sich das lohnt
Wenn du länger am Stück in Claude Code arbeitest, ist die Kontext-Farbe allein den Aufwand wert. Du siehst auf einen Blick, wann es Zeit zum Aufräumen ist, statt erst zu merken, dass die Antworten schwammig werden. Und wer auf einem Plan mit Limits sitzt, weiß mit der Uhr immer, wie viel Puffer noch da ist.
Wenn du dabei bist, dein Setup sauber aufzustellen, passt der Guide zum /checkup-Befehl gut dazu. Und wie du das Gedächtnis von Claude bewusst füllst, statt es zufällig wachsen zu lassen, steht im Tutorial zum Gedächtnis von Claude Code.
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