Jede neue Claude-Session fängt bei Null an. Die Entscheidung von gestern, der Plan von letzter Woche, der Grund, warum ihr Ansatz A verworfen habt: alles weg. Also tippst du denselben Kontext immer wieder neu ein, oder du lässt ihn weg und wunderst dich über mittelmäßige Antworten. Genau dieses Problem löst basic-memory. Ich habe es eingerichtet, getestet und zeige dir hier jeden Schritt.
Das Wichtigste vorab
- Was basic-memory ist: ein Open-Source-Tool, das Claude Code ein dauerhaftes Gedächtnis gibt. Notizen landen als normale Text-Dateien auf deinem Rechner.
- Was das Setup kostet: nichts. Ein Befehl im Terminal, keine Registrierung, kein API-Schlüssel.
- Was du danach hast: Claude erinnert sich über Sessions hinweg an Entscheidungen, Projekte und Zusammenhänge. Und du kannst das Ganze in Obsidian als Wissensnetz ansehen.
Was basic-memory macht
basic-memory ist ein Projekt von Basic Machines, auf GitHub frei verfügbar und mit gut 3.500 Sternen kein Geheimtipp mehr. Die Idee: Claude schreibt Wissen als Markdown-Dateien in einen Ordner in deinem Benutzerverzeichnis. Jede Notiz hat einen Titel, Schlagwörter und Verknüpfungen zu anderen Notizen. Daraus entsteht mit der Zeit ein Wissensnetz, das Claude durchsuchen kann.
Der Unterschied zu einem Chatverlauf: Die Dateien gehören dir. Du kannst sie mit jedem Editor öffnen, in Obsidian ansehen, per Hand ändern. Claude liest deine Änderungen genauso wie du seine. Ihr pflegt dasselbe Second Brain.
Was du brauchst
- Claude Code installiert und eingerichtet.
- Den Paketmanager uv. Falls du nicht weißt, ob er drauf ist: Der erste Schritt unten klärt das in zehn Sekunden.
- 5 Minuten. Das ist keine Marketing-Zahl, das Setup besteht aus zwei Befehlen.
Schritt für Schritt: basic-memory einrichten
1. Prüfen, ob uv installiert ist (10 Sek). Öffne das Terminal und tipp:
uv --version
Kommt eine Versionsnummer zurück, weiter zu Schritt 2. Kommt ein Fehler, installier es mit:
brew install uv
2. basic-memory mit Claude Code verbinden (1 Min). Das ist der eine Befehl, um den es geht:
claude mcp add basic-memory --scope user -- uvx basic-memory mcp
Damit kennt jede Claude-Code-Session auf deinem Rechner das Gedächtnis, egal in welchem Projektordner du arbeitest. Beim allerersten Start lädt das Tool einmalig sein Paket herunter, das dauert etwa eine Minute. Danach startet es sofort.
3. Optional das offizielle Plugin installieren (1 Min). Das Plugin bringt Zusatzbefehle und Session-Briefings mit:
claude plugin marketplace add basicmachines-co/basic-memory
claude plugin install basic-memory@basicmachines-co
Wichtig ist die Reihenfolge: erst Schritt 2, dann das Plugin. Das Plugin setzt die Verbindung aus Schritt 2 voraus.
4. Der erste Test (2 Min). Starte Claude Code und sag ihm etwas, das er sich merken soll. Bei mir war das:
Merk dir in basic-memory: Wir bauen eine Rezept-App. Entscheidung heute: Wir nehmen Airtable statt einer eigenen Datenbank. Nächster Schritt: Logo entwerfen.
Claude bestätigt und legt die Datei an. Schließe Claude Code danach komplett. Öffne eine neue Session und frag:
Was haben wir bei der Rezept-App entschieden und was ist der nächste Schritt?
In meinem Test kam die Entscheidung zurück, die Begründung dazu und der offene Punkt mit dem Logo. Aus einer Session, die von der ersten nichts wissen konnte.
Der Obsidian-Bonus: dein Wissen als Netz
Die Notizen liegen im Ordner basic-memory in deinem Benutzerverzeichnis. Öffne diesen Ordner in Obsidian als Vault und wechsel in die Graph-Ansicht. Jede Notiz ist ein Punkt, jede Verknüpfung eine Linie. Nach ein paar Wochen Arbeit siehst du dort, wie deine Projekte zusammenhängen.
Du musst dafür nichts konfigurieren. basic-memory schreibt Notizen in genau dem Format, das Obsidian versteht, inklusive der Verlinkungen zwischen Notizen.
Drei Stolpersteine, die ich gefunden habe
Der erste Start wirkt kaputt. Nach Schritt 2 lädt das Tool beim ersten Aufruf sein Paket herunter. Wenn in dieser Minute nichts zu passieren scheint: warten, nicht abbrechen.
Die Cloud-Werbung ignorieren. Das Projekt bewirbt eine kostenpflichtige Cloud-Version. Für alles in diesem Artikel brauchst du sie nicht. Das lokale Setup ist vollständig und bleibt gratis.
Gezielt nach dem Gedächtnis fragen. Wenn du Claude allgemein nach einem Überblick fragst, mischt er unter Umständen andere Quellen dazu, etwa Dateien aus deinem Projekt. Für einen sauberen Blick ins Gedächtnis frag direkt: “Welche Notizen liegen in basic-memory?”
Ehrliche Einordnung
Das Gedächtnis füllt sich nicht von selbst. Du entscheidest, was reingehört, und sagst es Claude aktiv. Das klingt erst nach Mehraufwand, ist aber der Grund, warum das System funktioniert: Es landet nur drin, was du wirklich behalten willst, kein Chat-Rauschen. Wer zwei Wochen lang bei jeder wichtigen Entscheidung “merk dir das” sagt, startet danach jede Session mit einem Assistenten, der das Projekt kennt.
Und falls dir das Tool irgendwann nicht mehr gefällt: Deine Notizen sind normale Text-Dateien. Du nimmst den Ordner mit und gut. Genau so sollte ein Second Brain gebaut sein.
Quellen
7. Juli 2026. KI-Tools, Preise und Funktionen ändern sich schnell. Vor wichtigen Entscheidungen den aktuellen Stand direkt beim Anbieter prüfen.
Transparenz. Dieser Beitrag ist mit KI-Unterstützung entstanden und von mir geprüft. Das Beitragsbild ist KI-generiert. Genau mit diesen Workflows arbeite ich, und genau die zeige ich hier.
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