Ein Werbekonto durchzugehen ist stumpfe Arbeit. Du klickst dich durch Kampagnen, Anzeigengruppen, Keywords, Zielgruppen und Conversion-Einstellungen, notierst dir, was komisch aussieht, und hast am Ende eine Liste, die schon wieder halb veraltet ist. Genau diesen Teil übernimmt claude-ads: ein Skill für Claude Code, der Werbekonten prüft, die Befunde bewertet und einen Bericht ausgibt.
Das Wichtigste vorab
- Was claude-ads ist: ein Open-Source-Skill für Claude Code, der Werbekonten auf zwölf Plattformen prüft, von Google Ads bis Amazon Ads.
- Was es kostet: nichts. Das öffentliche Repo steht unter MIT-Lizenz und hat knapp 8.000 Sterne auf GitHub (Stand August 2026).
- Was du danach hast: einen Befehl im Terminal, der deine exportierten Kontodaten durchgeht und dir einen Health Score plus eine sortierte Liste ausgibt, was du anfassen solltest.
Was der Skill wirklich macht
Du gibst Claude deine Kontodaten, entweder als Export aus der Plattform oder als freigegebenen Lesezugriff. Dann startest du eine Prüfung. Im Hintergrund arbeitet ein Dirigent, der den Umfang festlegt, und mehrere Worker, die je einen abgegrenzten Teil analysieren. Jeder Worker gibt seine Befunde in einem festen Format zurück, der Dirigent baut daraus ein Ergebnis.
Das Ergebnis ist erst mal eine JSON-Datei. Markdown, HTML und PDF sind Ansichten derselben geprüften Daten. Das klingt technisch, hat aber einen praktischen Nutzen: Wenn ein Worker scheitert, wird der Lauf als unvollständig markiert und nicht heimlich als fertige Prüfung verkauft.
Neben dem Prüfen kann der Skill auch Kampagnen- und Budgetpläne bauen, Anzeigentexte und Bildbriefings erzeugen, Tests entwerfen und die Auslieferung überwachen.
Was du brauchst
- Claude Code installiert. Falls dir das Thema Skills noch nichts sagt: So installierst du Skills.
- Daten aus deinem Werbekonto. Ein CSV-Export aus Google Ads oder dem Meta Werbeanzeigenmanager reicht für den Anfang.
- 15 Minuten. Die Installation dauert eine Minute, der Rest ist Daten zusammensuchen.
Schritt für Schritt
1. Skill installieren. Der bequemste Weg läuft über die Plugin-Verwaltung von Claude Code. Tipp in einer Claude-Code-Session nacheinander:
/plugin marketplace add AgriciDaniel/claude-ads
/plugin install claude-ads@ai-marketing-hub-claude-ads
Wenn du lieber selbst kontrollierst, was auf deinem Rechner landet, klon das Repo und installier lokal:
git clone https://github.com/AgriciDaniel/claude-ads.git
cd claude-ads
bash install.sh --source=local
Auf Windows macht .\install.ps1 -Source local dasselbe. Die mitgelieferten Python-Abhängigkeiten brauchen Version 3.11 oder 3.12. Wenn du nur die Skill-Dateien willst, häng --no-deps an.
Ein Hinweis, den das Projekt selbst gibt und der grundsätzlich gilt: Lade kein Installationsskript direkt aus dem Netz in deine Shell. Nimm den Plugin-Weg oder den Klon.
2. Profil anlegen. Starte in Claude Code:
/ads setup
Claude fragt dich durch: Kunde oder eigenes Unternehmen, welche Konten, welche Kennzahl zählt, welche Grenzen gelten. Das dauert ein paar Minuten und ist die Grundlage für alles danach. Ohne freigegebenes Plattform-Profil gibt es später auch keinen Score.
3. Daten bereitstellen. Zieh dir den Export aus deiner Plattform und leg ihn in den Projektordner, in dem du Claude Code gestartet hast. Bei Google Ads reicht ein Bericht über Kampagnen und Suchbegriffe der letzten 30 oder 90 Tage.
4. Prüfung starten. Für alle eingerichteten Plattformen auf einmal:
/ads audit all
Oder gezielt für eine einzelne Plattform:
/ads google
/ads meta
Claude geht die Kontrollpunkte durch und markiert jeden mit bestanden, durchgefallen, unbekannt oder nicht zutreffend.
5. Bericht rendern. Aus dem Lauf wird ein lesbares Dokument:
/ads report
Das kannst du direkt weitergeben. Für PDF brauchst du zusätzlich die Systembibliotheken WeasyPrint und Pango. Ohne die bleibt es bei Markdown und HTML, was für den Eigengebrauch völlig reicht.
Wenn du zwischendrin nicht weiterweißt, sagen dir /ads status und /ads next, woran es gerade hängt.
Das Ergebnis richtig lesen
Hier liegt der eigentliche Wert des Projekts, und der wird bei solchen Tools meistens übersprungen. claude-ads hält zwei Dinge auseinander, die gern vermischt werden: wie gesund dein Konto ist und wie viel der Skill überhaupt sehen konnte.
Kontrollpunkte, die er mangels Daten nicht beurteilen kann, landen auf „unbekannt”. Die senken deine Datenabdeckung, verschlechtern aber nicht deinen Gesundheitswert. Ab 80 Prozent Abdeckung gilt das Ergebnis als benotet, zwischen 60 und 79 Prozent als vorläufig, darunter als zu dünn für eine Aussage.
Praktisch heißt das: Bei 45 Prozent Abdeckung sagt dir ein Score von 72 wenig. Er bedeutet vor allem, dass du mehr Daten nachliefern solltest. Schau also immer zuerst auf die Abdeckung und erst danach auf den Score.
Sicherheit beim Kontozugriff
Alle Adapter lesen nur. Eine Änderung am Konto durchzuführen ist an mehrere Bedingungen geknüpft: Die genaue Aktion muss freigeschaltet sein, es braucht konkrete Konto- und Objekt-IDs, einen lesbaren Vorher-Nachher-Vergleich, deine Freigabe innerhalb definierter Obergrenzen und einen Rückweg. Fehlen die Obergrenzen, passiert nichts. Endgültiges Löschen unterstützt das Projekt gar nicht.
Zugangsdaten gehören in Umgebungsvariablen, in den Schlüsselbund deines Systems oder in einen Passwortmanager. Nie ins Repo, nie in Berichte, nie in Logs. Das gilt auch für Kundendaten und rohe Exporte.
Wo die Grenzen sind
Das Ding ist kein Autopilot. Es prüft dein Konto und schlägt dir vor, was du ändern könntest. Angefasst wird das Konto danach von dir, und das ist auch gut so.
Ohne Daten passiert nichts Sinnvolles. Wer einen Screenshot reinwirft und einen belastbaren Audit erwartet, kriegt genau das zurück, was der Skill sehen konnte, mit entsprechend niedriger Abdeckung.
Für die Bildschirmaufnahme im Browser brauchst du eine installierte Playwright-Umgebung, für PDF die genannten Systembibliotheken. Beides ist optional, beides fehlt bei einem frischen Setup.
Und das Projekt existiert an zwei Stellen: das öffentliche Repo unter MIT-Lizenz, das hier beschrieben ist, und ein Mirror in einer kostenpflichtigen Community, die früher Zugriff bekommt. Für alles in diesem Artikel brauchst du nur das öffentliche.
Wieder loswerden
bash uninstall.sh --target=claude
Entfernt werden nur die Dateien, die die Installation selbst angelegt hat. Auf Windows heißt das Skript uninstall.ps1.
Für wen sich das lohnt
Wenn du Werbung für dein eigenes Unternehmen schaltest und nie sicher bist, ob die Einstellungen passen, kriegst du hier zum ersten Mal eine strukturierte Zweitmeinung, ohne jemanden dafür zu bezahlen. Wenn du beruflich Konten betreust, sparst du die Stunden, die sonst in die Bestandsaufnahme fließen, und fängst direkt bei der Bewertung an.
Wenn du gar nicht wirbst, lohnt ein Blick ins Repo trotzdem. Es zeigt ganz gut, wie ein ernsthafter Agent-Skill aufgebaut ist: jeder Worker hat eine klare Aufgabe, jede Ausgabe wird gegen ein Schema geprüft, und schreiben darf das Ding erst, wenn du es freischaltest.
Quellen
6. August 2026. KI-Tools, Preise und Funktionen ändern sich schnell. Vor wichtigen Entscheidungen den aktuellen Stand direkt beim Anbieter prüfen.
Transparenz. Dieser Beitrag ist mit KI-Unterstützung entstanden und von mir geprüft. Genau mit diesen Workflows arbeite ich, und genau die zeige ich hier.
Einmal pro Woche per Mail
Im Newsletter fasse ich zusammen, welche KI-Tools sich lohnen und welche Neuigkeiten zählen. Verständlich, kostenlos.
Zum Newsletter