Wer sich mit Claude eine Website oder eine kleine App gebaut hat, kennt die Frage danach: Ist das eigentlich sicher? Einen Sicherheitsexperten bucht dafür kaum jemand. Strix ist ein KI-Hacker als Open Source, der genau diesen Check übernimmt. Er greift deine Seite an wie ein echter Angreifer, und Claude Code repariert danach, was er findet.
Was Strix macht
Strix schickt mehrere KI-Agenten auf dein Projekt los. Einer erkundet, was es überhaupt gibt, andere probieren gezielt Angriffe aus und teilen sich dabei ihre Funde. Die Liste der Angriffe ist lang: Login umgehen, fremde Daten über eine geänderte Adresse abrufen, Schadcode in Formulare schmuggeln, falsch eingestellte Server. Also die Klassiker, an denen selbstgebaute Seiten scheitern.
Wichtig ist der Unterschied zu einem normalen Scanner. Strix meldet nicht nur einen Verdacht, er versucht die Lücke auch auszunutzen und legt einen Nachweis dazu. Die Ergebnisse landen als Bericht in einem Ordner strix_runs/ auf deinem Rechner.
Testen kann er drei Dinge: deinen Projektordner, ein GitHub-Repo oder die fertige Seite im Netz.
Warum Strix trotz Claude-Abo Geld kostet
Hier stolpern die meisten. Du hast Claude, du nutzt Claude Code, und trotzdem will Strix einen eigenen API-Schlüssel.
Der Grund liegt im Aufbau. Der Skill, den du in Claude Code installierst, bringt Claude nur bei, Strix zu starten und die Funde hinterher zu reparieren. Den Angriff selbst fährt Strix mit eigenen Agenten in einem Docker-Container, und diese Agenten rufen das KI-Modell direkt an. Claude Code ist hier der Auftraggeber, die Arbeit macht Strix.
Dein Claude-Abo (Pro oder Max) gilt nur in Claudes eigenen Apps. Ein fremdes Programm wie Strix kann es nicht anzapfen, und einen Login mit dem Claude-Abo bietet Strix auch nicht an. Also braucht Strix einen Schlüssel, der pro Nutzung abrechnet, etwa von Anthropic, OpenAI oder OpenRouter.
Das Tool selbst kostet nichts, es steht unter Apache-2.0-Lizenz auf GitHub. Du zahlst nur die KI-Nutzung, und die deckelst du mit einem Budget.
Der Weg ohne Zusatzkosten: ChatGPT Plus
Hast du ChatGPT Plus oder Pro, brauchst du keinen API-Schlüssel. Strix kann sich mit deinem ChatGPT-Konto anmelden und läuft dann über dein Abo:
strix auth login chatgpt
export STRIX_LLM="chatgpt/gpt-5.4"
Der erste Befehl öffnet den Browser für die Anmeldung, der zweite sagt Strix, welches Modell es nehmen soll. Mit strix auth status siehst du, ob die Anmeldung steht. Die Nutzungsgrenzen deines Abos gelten dabei weiter, ein langer Test kann also ein gutes Stück davon aufbrauchen.
Für viele, die Claude und ChatGPT parallel nutzen, ist das die eleganteste Variante. Claude Code steuert und repariert, ChatGPT liefert die Rechenleistung für den Angriff, und es kommt keine neue Rechnung dazu.
Die dritte Möglichkeit ist ein lokales Modell über Ollama oder LM Studio. Das kostet auch nichts, ist aber schwächer und fummeliger einzurichten.
Was du brauchst
- Claude Code, falls noch nicht da: in 10 Minuten startklar
- Docker Desktop, das im Hintergrund läuft. Strix holt sich beim ersten Start einen fertigen Container, in dem die Angriffe abgeschottet laufen.
- Einen KI-Zugang: ChatGPT Plus oder Pro, oder einen API-Schlüssel. Wie du so einen Schlüssel sicher ablegst, steht in API-Schlüssel sicher verwalten.
So richtest du es ein
1. Skill installieren. In Claude Code reinkopieren:
npx skills add usestrix/strix
Das installiert neun Skills, unter anderem für den Pentest selbst, für das Reparieren der Funde und für Tests von Websites und Schnittstellen.
2. Claude den Auftrag geben. Zum Beispiel:
Teste meine Website mit Strix auf Sicherheitslücken, Budget maximal 10 Dollar, und repariere, was du findest.
Claude startet Strix im Hintergrund. Ein schneller Durchlauf dauert Minuten, ein gründlicher bis zu Stunden. Danach liest Claude den Bericht, behebt die Lücken in deinem Projekt und lässt Strix zur Kontrolle noch einmal drüberlaufen.
Laut Strix-Doku heißt ein Lauf ohne Funde nur, dass im getesteten Bereich nichts gefunden wurde. Ist das Budget vorher aufgebraucht, war der Test eben nicht vollständig. Frag Claude also im Zweifel, ob der Lauf durchgekommen ist.
Nur eigene Seiten
Strix greift wirklich an. Teste deshalb nur Websites und Apps, die dir gehören oder für die du eine ausdrückliche Erlaubnis hast. Bei fremden Seiten ist das ein Angriff, auch im rechtlichen Sinn.
Mein Take
Für alle, die sich mit KI eine Website oder ein kleines Tool gebaut haben, ist Strix der Check, den man sonst bei einem Experten bucht und meistens ausfallen lässt. Die Einrichtung braucht Docker, das ist die einzige echte Hürde. Wer ChatGPT Plus hat, zahlt keinen Cent extra, alle anderen setzen ein Budget und wissen vorher, was es maximal kostet.
Quellen
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