Es gibt einen Grund, warum viele selbstgebaute KI-Apps gleich aussehen. Die KI baut, was funktioniert, aber sie hat keinen Geschmack. Sie nimmt die naheliegende Animation, den Standard-Schatten, die 08/15-Kurve. Alles läuft, nichts fühlt sich besonders an. Emil Kowalski hat genau dafür eine Lösung verschenkt.
Emil baut einige der schönsten Oberflächen im Netz. Von ihm kommen Sonner und Vaul, zwei Bausteine, die in vielen Web-Projekten stecken. Gearbeitet hat er bei Vercel und Linear, zwei Firmen, die für Design-Handwerk bekannt sind. Sein Wissen hat er in Skills für Claude Code gepackt und auf GitHub gestellt (emilkowalski/skills). Dieser Guide zeigt dir, wie du sie installierst und auf dein eigenes Projekt loslässt.
Das Wichtigste vorab
- Skills geben Claude Geschmack. Statt der naheliegenden Wahl trifft es die richtige, weil im Skill steht, warum die eine Animation gut wirkt und die andere billig.
- Installiert ist es in einer Minute. Ein Befehl im Terminal, fertig.
- Anwenden geht in normalem Deutsch. Du sagst „mach das schöner“, Claude ändert die Details.
Warum KI schlechten Geschmack hat
Emil beschreibt das Problem in seinem Artikel Agents with Taste an einem kleinen Beispiel. Wenn ein Element aufpoppen soll, wählt die KI oft die Kurve ease-in. Die lässt die Bewegung langsam starten. Genau in dem Moment, in dem du am genauesten hinschaust, passiert also fast nichts. Richtig wäre ease-out: schneller Start, sanftes Ausrollen. Ein winziger Unterschied, den kaum jemand bewusst sieht. Aber die Summe aus hundert solchen Entscheidungen trennt eine Oberfläche, die sich teuer anfühlt, von einer, die billig wirkt.
Die Skills sind nichts anderes als eine lange Liste solcher Entscheidungen, sauber begründet. Claude liest sie, bevor es an deiner Oberfläche arbeitet, und hört auf, die naheliegenden Fehler zu machen.
Schritt 1: Installieren
Ein Befehl im Terminal, im Ordner deines Projekts:
npx skills@latest add emilkowalski/skills
Danach liegen mehrere Skills bei dir bereit. Die zwei wichtigsten:
- emil-design-eng ist die Geschmacks-Bibel: allgemeine Regeln für Politur, Animation und die kleinen Details.
- improve-animations geht dein Projekt durch, findet die schwachen Stellen und schreibt einen Plan, wie man sie fixt.
Schritt 2: Auf dein Projekt loslassen
Jetzt sagst du Claude einfach, was du willst. Zum Beispiel:
Geh die Animationen in diesem Projekt durch und mach sie besser.
Claude nutzt dann die Skills als Maßstab. Es sucht die Stellen, an denen sich etwas träge oder leblos anfühlt, und bessert sie nach. Du musst keine Fachbegriffe kennen. Wenn dir eine Änderung nicht gefällt, sagst du es, und Claude passt sie an.
Wie das in echt aussieht
Ich hab die Skills auf mein eigenes Dashboard losgelassen, das ich Cockpit nenne. Da steuere ich meine ganze KI-Arbeit. Vorher war es in Ordnung, aber leblos. Nach ein paar Runden mit Claude hat sich das an drei Stellen konkret geändert:
- Die Kacheln reagieren. Vorher standen sie einfach da. Jetzt heben sie sich leicht an, wenn die Maus drübergeht, mit einem weichen Schatten darunter.
- Die Buttons geben Feedback. Beim Klick drücken sie sich kurz zusammen, so wie eine echte Taste. Vorher passierte optisch nichts.
- Die Seite baut sich knackiger auf. Vorher brauchte der Aufbau eine halbe Sekunde und wirkte zäh. Jetzt ist er gut doppelt so schnell und fühlt sich flüssig an. Auch der Marker in der Seitenleiste gleitet weich zum aktiven Punkt, statt hart zu springen.
Nichts davon ist groß. Zusammen ist der Unterschied riesig.
Der ehrliche Teil
Mehr Bewegung ist nicht automatisch besser. Einer der Skills prüft sogar, ob eine Animation überhaupt sein sollte. Etwas, das du hundertmal am Tag siehst, sollte sich nicht jedes Mal bewegen, sonst nervt es. Die Skills haben mir an einer Stelle sogar geraten, Animation wegzunehmen. Das ist der eigentliche Wert. Ein Effekt an der richtigen Stelle, der Rest bleibt ruhig.
Und du brauchst weiter deinen eigenen Blick. Die Skills heben das Niveau, aber ob dir das Ergebnis gefällt, entscheidest du. Genau deshalb ist es ein guter Einstieg: du siehst sofort, was sich ändert, und kannst es in Worten steuern.
Was du jetzt tun kannst
Wenn du selbst etwas mit Claude gebaut hast, das funktioniert, aber langweilig aussieht, ist das dein schnellster Hebel. Ein Befehl, eine Anweisung in deinen eigenen Worten, und dein Projekt sieht auf einmal so aus, als hätte jemand mit Geschmack draufgeschaut. Weil jemand mit Geschmack das hat.
Quellen
13. Juli 2026. KI-Tools, Preise und Funktionen ändern sich schnell. Vor wichtigen Entscheidungen den aktuellen Stand direkt beim Anbieter prüfen.
Transparenz. Dieser Beitrag ist mit KI-Unterstützung entstanden und von mir geprüft. Genau mit diesen Workflows arbeite ich, und genau die zeige ich hier.
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