Einen offiziellen Weg, Claude mit WhatsApp zu verbinden, gibt es bis heute nicht. Anthropic unterstützt als Kanäle nur Telegram, Discord und iMessage. Trotzdem läuft bei mir seit dem 9. September genau das: Claude liest meine Chats, findet die Leute, die auf eine Antwort warten, und schreibt auf Zuruf zurück. Dahinter steckt ein kostenloses Open-Source-Programm namens GOWA, ein QR-Code und ungefähr eine Viertelstunde. Was es kostet, steht weiter unten, und zwar ehrlich.
Gibt es einen offiziellen WhatsApp-Connector für Claude?
Nein. Die offizielle Doku zu den Kanälen nennt drei Dienste: Telegram, Discord und iMessage. Im Claude-Chat, wo du Connectors für Gmail oder Kalender dazuschaltest, taucht WhatsApp ebenfalls nicht auf. Eine Übersicht dazu steht in meinem Guide zu den offiziellen Claude-Connectors. Wenn dir also jemand einen WhatsApp-Connector verkauft, ist das kein Produkt von Anthropic.
Was es gibt, sind Community-Projekte. Das mit Abstand aktivste ist GOWA.
Was GOWA macht
GOWA ist ein kleines Programm, das auf deinem Rechner läuft und sich bei WhatsApp als verknüpftes Gerät anmeldet. Also exakt das, was passiert, wenn du WhatsApp Web im Browser aufmachst. Dein Handy bleibt der Anker, dein Mac wird ein zusätzliches Gerät.
Das Projekt steht unter MIT-Lizenz, hat gut 4.700 Sterne und wurde zuletzt am 9. September aktualisiert, Version 9.3.1. Seit Version 9 bringt es einen MCP-Server mit, und das ist der Teil, der es für Claude interessant macht. MCP ist die Schnittstelle, über die Claude Code fremde Programme bedienen darf, also eine Art Adapter. GOWA stellt darüber fünf Werkzeuge bereit: Nachrichten senden, Nachrichten lesen, Chats und Kontakte auflisten, Gruppen verwalten und den Login mit dem QR-Code.
Ein Detail, das die meisten Anleitungen unterschlagen: Beim Koppeln schickt WhatsApp einen Teil deines Verlaufs mit. GOWA legt den lokal in einer Datenbank ab. Claude kann dich deshalb auch nach Dingen fragen lassen, die drei Wochen zurückliegen, nicht nur nach dem, was gerade reinkommt.
Das Setup in vier Schritten
Ich habe das auf einem Mac mit Apple Silicon gemacht, ohne Docker und ohne Go zu installieren.
1. Programm holen. Auf der Releases-Seite liegt für jedes System eine fertige Datei. Für den Mac ist das whatsapp_9.3.1_darwin_arm64.zip. Entpacken, irgendwo ablegen, bei mir liegt es in ~/tools/gowa/. Wenn du in Claude Code arbeitest, kannst du dir diesen Schritt auch von Claude machen lassen, es ist ein Download und ein Entpacken.
2. Starten. Ein Befehl im Terminal, in einem eigenen Fenster, weil das Programm laufen bleiben muss:
./whatsapp rest --port=3000 --basic-auth=georg:DEIN_PASSWORT --os=Mac
Vergib ein eigenes Passwort, das schützt die Oberfläche auf deinem Rechner. Ob alles läuft, siehst du mit curl localhost:3000/health.
3. Claude Bescheid sagen. Ein Befehl, dann kennt Claude Code das Ganze als Werkzeug:
claude mcp add --scope user --transport http whatsapp http://localhost:3000/mcp \
--header "Authorization: Basic DEIN_BASE64"
Mit claude mcp list prüfst du, ob dort whatsapp ... Connected steht. Wenn nicht, läuft meistens der Server nicht mehr.
4. QR-Code scannen. Jetzt öffnest du http://localhost:3000 im Browser, loggst dich mit deinem Passwort ein und legst dort ein Gerät an. Der QR-Code erscheint auf dem Bildschirm, du gehst am Handy in WhatsApp auf Einstellungen und dann auf Verknüpfte Geräte, und scannst ihn. Fertig.
Kleiner Stolperstein, der mich Zeit gekostet hat: Seit Version 9 verwaltet GOWA mehrere Geräte gleichzeitig, deshalb braucht jeder direkte Aufruf eine Geräte-ID. Über das Dashboard merkst du davon nichts, über die Schnittstelle schon. Und der QR-Code aus der Schnittstelle lebt nur 30 Sekunden, im Dashboard erneuert er sich von selbst. Nimm also das Dashboard.
Was Claude danach wirklich kann
Ab hier redest du einfach mit Claude wie immer. Die Fragen, die bei mir hängengeblieben sind:
- „Welche Chats warten seit mehr als drei Tagen auf meine Antwort?” Das ist die Frage, die mir am meisten gebracht hat. Man vergisst erstaunlich viele Leute.
- „Fass mir die Gruppe X von gestern zusammen.” Spart das Hochscrollen durch 200 Nachrichten, von denen zwölf relevant sind.
- „Schreib den vier Leuten aus der Liste eine kurze Rückmeldung, ich schau sie vorher an.” Claude formuliert, du liest drüber, dann geht es raus.
Was nicht geht: Es ist kein Autopilot, der still in deinem Namen weiterchattet. Du gibst jedes Mal den Anstoß, und das ist auch gut so.
Was du vorher wissen musst
Der unangenehme Teil, und den lasse ich nicht weg.
WhatsApp erlaubt das nicht. In der eigenen Hilfe steht, dass inoffizielle Clients gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen und zur Sperre führen können. Das ist ein Vertragsverstoß gegenüber Meta, kein Gesetzesbruch. Die belegten Sperren treffen vor allem frische Nummern, die damit fremde Leute anschreiben. Bestandsnummer, eigene Kontakte, kein Massenversand: klein, aber nie null.
Privat ist es Privatsache. Für den privaten Gebrauch greift die Haushaltsausnahme der DSGVO. Sobald du das im Job einsetzt, sieht es anders aus: Rechtsgrundlage, Vertrag zur Auftragsverarbeitung, Informationspflichten. Dazu kommt seit dem 2. August 2026 die Kennzeichnungspflicht aus dem AI Act, wenn im beruflichen Umfeld eine KI mitschreibt.
Meine drei Regeln dafür: nur eigene Kontakte, kein Massenversand, und geschäftlich sagst du den Leuten, dass eine KI mitschreibt. Wie du Claude generell so einrichtest, dass er nicht mehr Rechte hat als nötig, steht in Claude Code sicher einrichten.
Wann Telegram die bessere Wahl ist
Wenn du eigentlich nur Claude vom Handy aus ansprechen willst, ohne am Schreibtisch zu sitzen, brauchst du das alles nicht. Dafür gibt es den offiziellen Weg über Claude Code mit Telegram verbinden, von Anthropic unterstützt und ohne Risiko fürs Messaging-Konto. Ich nutze das selbst für die Routinen, die abends auf dem Mac laufen.
Der WhatsApp-Weg lohnt sich nur, wenn es dir wirklich um die Nachrichten in WhatsApp geht, also um den Berg an Chats, der da liegt. Dann ist er ziemlich stark. Weitere Setups, die in ein Abendfenster passen, findest du in der Tutorial-Übersicht.
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Quellen
13. September 2026. KI-Tools, Preise und Funktionen ändern sich schnell. Vor wichtigen Entscheidungen den aktuellen Stand direkt beim Anbieter prüfen.
Transparenz. Dieser Beitrag ist mit KI-Unterstützung entstanden und von mir geprüft. Das Beitragsbild ist KI-generiert. Genau mit diesen Workflows arbeite ich, und genau die zeige ich hier.
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